11:10 06 Juli 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    102922
    Abonnieren

    Der Mindestlohn hat einer Studie des „Ifo“-Instituts zufolge in Deutschland zu einem Beschäftigungsabbau geführt. Zudem habe dieser nicht zur „erhofften Einkommenserhöhung bei Geringverdienern“ beigetragen.

    „In der Summe erhält man Beschäftigungsverluste durch den Mindestlohn zwischen 129.000 und 594.000 Arbeitsplätzen“, schreiben Marcel Thum, Leiter der „Ifo“-Niederlassung Dresden, und Koautoren der Studie in einer Pressemitteilung.

    Ausschlaggebend dafür sei die Verringerung der Arbeitszeit, sagte Thum am Mittwoch. „Wenn die Firmen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren, sinkt das insgesamt geleistete Arbeitsvolumen“, so die Autoren. So handele es sich dabei „gesamtwirtschaftlich“ ebenfalls um einen Beschäftigungsabbau.

    ​Die Umsetzung des Mindestlohns sei bislang alles andere als umfassend.

    „Die Daten legen nahe, dass 2016 nur 47 Prozent der Lohnerhöhung erfolgt ist, die man aufgrund der Einführung des Mindestlohns eigentlich hätte beobachten müssen“, erklärt Thum.

    Zudem habe der Mindestlohn nicht zur erhofften Einkommenserhöhung bei Geringverdienern geführt. „Im ersten Jahr der Einführung machte die Arbeitszeitreduktion die Stundenlohnerhöhungen nahezu vollkommen wett“, schreiben die Autoren. „Aber auch diejenigen Mindestlohnempfänger, die im gleichen Umfang wie bisher arbeiten, haben nicht viel vom Mindestlohn.“ Den Grund dafür führen die „Ifo“-Forscher nicht an.

    Im Jahr 2015 hat die Bundesregierung einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Derzeit beträgt dieser 9,35 Euro.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Atlantikküsten-Pipeline in den USA wird nicht gebaut
    Für US-Truppen: Deutschland zahlte fast eine Milliarde Euro in zehn Jahren
    Hubschrauber Mi-2 legt harte Landung in Russland hin: Opfer gemeldet – Video
    Drama in Atlanta: Achtjähriges Mädchen erschossen
    Tags:
    Hubertus Heil, Deutschland, Mindestlohn