04:23 06 August 2020
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    Der deutsche Autobauer Daimler fährt nach vier Wochen Stillstand in großen Teilen der Produktion seine Werke von diesem Montag an wieder hoch. Dies gaben Vertreter des Konzerns gegenüber der DPA bekannt.

    Während einige Standorte laut Personalvorstand Wilfried Porth und Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht zunächst mit einer Schicht beginnen, soll in anderen gleich wieder in zwei oder drei Schichten gearbeitet werden.

    Ein Schwerpunkt liege auf der Antriebs- und Getriebetechnik, einem Bereich, auf den nicht nur die übrigen Werke in Deutschland, sondern auch die im Ausland und insbesondere in China angewiesen sind.

    „Wir sind noch deutlich reduziert, was die Produktion angeht“, so Porth.

    Die Lieferketten hätten im Großen und Ganzen gehalten, der Anlauf in China, der schon einige Wochen zurückliegt, habe gut funktioniert.

    „Wir haben in Europa noch größere Themen in Italien, Frankreich ist auch noch extrem eingeschränkt.“

    Die jetzt geplanten Anläufe seien aber abgesichert.

    Schutz der Beschäftigten

    Gearbeitet werden soll nach Angaben der Unternehmenssprecher unter strengen Hygienevorgaben. Diese hätten Konzern und Betriebsrat anhand von Gefahrenbeurteilungen für jeden Arbeitsplatz erarbeitet.

    Der daraus entstandene Katalog ist laut dem Personalvorstand „als Basis“ in die Empfehlung des Branchenverbands VDA und „am Ende auch in die Überlegungen der Bundesregierung eingeflossen“.

    Damit die Mitarbeiter untereinander nicht mehr Kontakt haben als nötig, würden unter anderem die Schichten nicht voll besetzt. Die Schichtzeiten würden so geändert, dass sich die Beschäftigten weder am Werkstor noch in den Umkleideräumen begegnen. Wo möglich, soll zudem weiter vom Homeoffice aus gearbeitet werden.

    „Wir haben immer gesagt: Wenn wir wieder anfangen, soll das Infektionsrisiko bei uns geringer sein als außerhalb des Unternehmens“, äußerte Brecht.

    Wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise noch nicht absehbar

    Wann Daimler mit der Produktion zurück auf das Vor-Krisen-Niveau kommen könne, sei unklar. „Wir wissen noch gar nicht, wie der Markt reagiert“, meinte der Gesamtbetriebsratschef. Man fahre derzeit komplett auf Sicht und entscheide von Woche zu Woche, wie es weitergeht.

    Auch welche wirtschaftlichen Folgen die Corona-Krise nach sich ziehen werde, ist den beiden Konzernvertretern zufolge noch nicht absehbar.

    „Offensichtlich bricht uns im Moment etwas weg, von dem kein Mensch weiß, ob es aufholbar ist“, so Porth.

    Sollte sich die Nachfrage aber unterhalb dessen einpendeln, was der Konzern in seiner Planung zugrunde gelegt habe, sei auch klar, dass die bisherigen Sparvorgaben und der geplante Abbau von Stellen nicht ausreichten.

    „Die Tatsache, dass wir Anpassungsbedarf haben werden, liegt auf der Hand“, hob der Personalvorstand hervor.
    Wie der umgesetzt werde, müsse man dann sehen.

    Produktionspause wegen Covid-19

    Daimler hatte einen Großteil seiner Produktion im März heruntergefahren. Wie es hieß, wolle man die Belegschaft schützen und dazu beitragen, die Coronavirus-Infektionsketten zu unterbrechen.

    Seit dem 6. April gilt zudem Kurzarbeit, die nach jetzigem Stand erst Ende April auslaufen soll. Etwa 80 Prozent der rund 170.000 Beschäftigten in Deutschland sind in unterschiedlichem Maße betroffen.

    mo/sb/dpa

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    Coronavirus, Automobilkonzern Daimler, Deutschland