22:40 18 September 2020
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    Volkswagen fordert wegen der drohenden Nachfrageflaute in der Corona-Krise eine neue staatliche Förderprämie. In Zwickau will der deutsche Autokonzern die Produktion schrittweise wieder hochfahren. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet setzt sich indes für mehr staatliche Unterstützung für die Autobranche ein.

    „In dieser Situation sollte eine Prämie breit angelegt sein und auch moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umfassen“, sagte der bei der Marke VW fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Montag).

    „Die bisherige Förderung von Elektrofahrzeugen sollte fortgesetzt werden“, sagte Brandstätter. Ein neues Fördermodell könnte sich an eingesparten Emissionen des klimaschädlichen Abgases Kohlendioxid (CO2) orientieren.

    „Wir gehen damit aus der Krise hinaus und hinein in die grüne Transformation.“

    An den bestehenden Klimazielen wolle VW auf jeden Fall festhalten. „Klimaschutz bleibt eine Menschheitsaufgabe. Daran ändert die Corona-Pandemie überhaupt nichts“, sagte er. „Viele profitieren davon, wenn es in der Automobilindustrie wieder losgeht“, betonte Brandstätter die Bedeutung der Branche für die deutsche Volkswirtschaft. Deutschlands wichtigster Industriezweig stehe für zehn Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung.

    Produktion in Zwickau wird wieder hochgefahren

    Volkswagen fährt in dieser Woche seine Fahrzeugproduktion teilweise wieder hoch. Im Zwickauer VW-Werk gibt es von Montag an entsprechende Vorbereitungen. „Wiederanlaufen wird das Band dann am Donnerstag“, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

    Zwickau sei damit das erste Fahrzeugwerk in Deutschland, das der Autohersteller schrittweise wieder in Betrieb nehme. Europaweit soll zuerst im slowakischen Bratislava losgelegt werden, wo die Bänder bereits am Montag wieder anlaufen sollen.

    In Sachsen nimmt von Donnerstag an auch das Motorenwerk in Chemnitz seine Arbeit wieder auf. In den Werken Wolfsburg, Emden, Dresden und Hannover soll es den Angaben zufolge am 27. April losgehen. Die 8000 Mitarbeiter am Standort Zwickau sollen schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bis 3. Mai sei aber der Großteil weiterhin in Kurzarbeit, hieß es. Wann der Stand vor der Corona-Pandemie erreicht wird, sei derzeit nicht absehbar.

    Laschet fordert mehr Staatshilfen

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat unterdessen mehr staatliche Unterstützung für die von der Corona-Krise schwer getroffene Autobranche gefordert.

    „Unsere Automobilwirtschaft braucht schnell Perspektiven für Umsatz, Liquidität und Wachstum“, sagte Laschet dem „Handelsblatt“ (Montag). „Wir werden sehr bald über intelligente Impulse für Investitionen sprechen müssen.“

    In diesem Zusammenhang fordert der Politiker einen baldigen Autogipfel. Die in der vergangenen Woche beschlossene Öffnung der Autohäuser könne nur dann Wirkung entfalten, wenn nun auch die digitale Zulassung und schnelle Genehmigungen für den Bau von Ladesäulen folgen, sagte Laschet weiter.

    Die Folgen der Virus-Pandemie trafen die Autobranche hart. Die Hersteller stoppten in vielen Regionen die Produktion, die nun bald teilweise wieder hochgefahren werden soll. Zumindest aus China kamen jüngst Nachrichten, die Hoffnung machten. So hatte etwa Volkswagen zuletzt von deutlichen Zeichen für eine Erholung des wichtigen Geschäfts in China gesprochen.

    Allerdings ringen die deutschen Autobauer aktuell nicht nur mit der Corona-Krise, sondern auch mit dem Wandel hin zu Elektromobilität, der Milliarden verschlingt.

    leo/ae/dpa

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    Tags:
    CDU, Armin Laschet, Kaufprämie, Volkswagen, Krise, Pandemie, Coronavirus, Autoindustrie, Deutschland