10:48 05 August 2020
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    Die Folgen der Corona-Krise machen sich am Rohölmarkt immer drastischer bemerkbar - vor allem beim US-Rohöl. Der Preis für einen Kontrakt, der eine physische Öllieferung im Mai vorsieht, notierte erstmals seit Aufnahme des Future-Handels im Jahr 1983 im negativen Bereich je Barrel (159 Liter).

    Der Preis für den am Dienstag auslaufenden Terminkontrakt auf die US-Sorte WTI brach am Montag um knapp 56 Dollar auf minus 37,63 Dollar je Barrel (159 Liter) ein - ein Rückgang von 306 Prozent. Die Verkäufer zahlen damit Geld, damit ihnen jemand das Öl abnimmt. 

    Einerseits zeigt dies, wie stark Angebot und Nachfrage derzeit am Ölmarkt auseinanderfallen. Andererseits handelt es sich um ein sehr spezielles Phänomen.

    Aufgrund einer giftigen Mischung aus einer stark fallenden Nachfrage und einem viel zu hohen Angebot drohen in vielen Ländern die Lagerkapazitäten überschritten zu werden. Ölinvestoren wollen in jedem Fall vermeiden, auf fehlenden Lagerplatz zu stoßen.

    Insbesondere in den USA drohen die Erdöllager, aus allen Nähten zu platzen. Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Infolgedessen fallen in der ölreichen Region Texas die gezahlten Abnahmepreise immer weiter. Mittlerweile geht sogar die Furcht um, dass vereinzelt bald negative Preise bei Rohölabnahme fällig werden, falls die Lagerkapazitäten noch weiter schrumpfen.

    Der Absturz des Mai-Kontrakts ließ auch die anderen Kontrakte fallen. US-Öl zur Lieferung im Juni verlor 18 Prozent auf 20,43 Dollar je Barrel. Die Nordsee-Sorte Brent sank fast neun Prozent auf 25,57 Dollar je Barrel.

    Anleger befürchten, dass die Tanklager-Kapazitäten bald erschöpft sind. In den vergangenen Wochen stiegen die US-Bestände um knapp 20 Prozent und liegen mit gut 500.000 Millionen Barrel auf dem höchsten Stand seit etwa drei Jahren. Das Rekordhoch von 2017 ist nur noch etwa 35.000 Millionen Barrel entfernt. 

    ta/dpa/rtr

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    USA, Öl