23:37 11 Juli 2020
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    Das Konsumklima in Deutschland ist nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK auf ein historisches Tief gesunken. Die Forscher führen das auf die Angst vor Jobverlust und Kurzarbeit zurück. Ein schlagartiges Wachstum legen Verkäufe von Computern und Kühlschränken an den Tag.

    „Die Wirtschaft wurde schlagartig heruntergefahren. Die Verbraucher befinden sich in einer Schockstarre“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Konsumforscher Rolf Bürkl. Die Menschen seien davon ausgegangen, dass Deutschland durch die Corona-Krise in eine schwere Rezession stürzen werde. „Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung befinden sich im freien Fall.“

    Laut Prognosen der Marktforscher soll der monatlich ermittelte Konsumklimaindex für Mai mit minus 23,4 Punkten deutlich unter die Nulllinie rutschen. Bislang sei der Index nur einmal negativ gewesen – während der Dotcom-Krise von 2003. Zur Zeit der Finanzkrise 2008 und 2009 lag er bei null.

    Somit soll der Konsumklimaindex im Mai um 25,7 Punkte gegenüber dem Vormonat zurückgehen. Im April sei der Zähler bereits um 2,3 Punkte gefallen.

    Für Mai 2019 habe die GfK einen Konsumklimaindex von 10,2 Punkten ermittelt. Im Jahr 2003 war der Index zwischenzeitlich auf minus fünf Punkte gefallen.

    Die Agentur verweist darauf, dass der private Konsum als relativ stabiler Indikator für die Wirtschaftslage gilt. Der Konsum mache in Deutschland einen Anteil von etwa 55 Prozent der Wirtschaftsleistung aus und hat damit signifikante Bedeutung für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.

    Laut Bürkl sind die Erwartungen zum Einkommen wegen Furcht vor Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit um 47 Punkte eingebrochen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben 718.000 Betriebe in Deutschland Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet, betroffen könnten mehrere Millionen Haushalte sein. Trotz des im großen Stil genutzten Instruments zur Verhinderung von Entlassungen sei die Angst vor Arbeitslosigkeit allerorten zu spüren.

    Die Auswahl der Produkte weise ebenfalls einen deutlichen Wandel auf: Die Verkäufe von Computern, Laptops aber auch von Spielkonsolen in den fünf großen europäischen Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sei rasant nach oben gegangen. Die Forscher führen dies auf das Arbeiten von zu Hause aus zurück.

    Die Verkäufe von Computerbildschirmen seien in der Zeit zwischen dem 8. März und dem 5. April um 120 Prozent gestiegen, die von Druckern um 68 Prozent und von Notebooks um 62 Prozent. Auf Jahresbasis sei der Verkauf von Gefriertruhen- und Schränken - zur Lagerung von Nahrungsmitteln in Deutschland um 185 Prozent in die Höhe geschnellt.

    Die Online-Verkäufe hätten in der Woche nach dem 30. März ein Plus von 100 Prozent aufgewiesen. Dies sei aber längst nicht genug, um die Verluste im stationären Handel auszugleichen. Der Gesamtmarkt sei in den fünf größten Ländern Europas um 14 Prozent geschrumpft.

    asch/ae/dpa

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    Tags:
    Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Krise, Covid-19, Coronavirus, Konsum, Deutschland