14:38 09 Juli 2020
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    Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen der Pandemie geschrumpft. Wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte, ging die Wirtschaftsleistung von Januar bis einschließlich März im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück. Experten zufolge ist dies nur ein Vorgeschmack auf das wahre Ausmaß der Corona-Krise in den USA.

    Im vierten Quartal 2019 war die weltgrößte Volkswirtschaft noch mit soliden 2,1 Prozent gewachsen. Inzwischen warnen jedoch Experten, dass den USA der stärkste Wachstumseinbruch seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 100 Jahren droht. Bei den Daten vom Mittwoch handelte es ich um die erste Schätzung des Wirtschaftswachstums, der Wert könnte daher Ende Mai oder Ende Juni noch korrigiert werden.

    In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

    Einzelne US-Bundesstaaten beginnen bereits mit der Lockerung der Corona-Beschränkungen. US-Präsident Donald Trump hofft daher auf eine rasche Erholung der Wirtschaft im dritten und vierten Quartal. Die meisten Analysten erwarten jedoch für 2020 eine schwere Rezession. Dem Präsidenten kommt das höchst ungelegen, denn im November stehen in den USA Präsidentschaftswahlen an und Trump strebt eine zweite Amtszeit an. 

    USA versuchen Übel abzuwenden 

    Der US-Kongress und die Regierung haben wegen der Pandemie bereits Konjunkturpakete in Höhe von rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit und das Einbrechen der Konjunktur abzubremsen. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wiederum hat ihren Leitzins bereits auf fast Null gesenkt und Notprogramme in Höhe von mehreren Billionen US-Dollar aufgelegt, um Finanzmärkte und Wirtschaft zu stabilisieren. Zentralbankchef Jerome Powell wollte sich am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) nach einem Treffen des Geldmarktausschusses zur wirtschaftlichen Lage äußern.

    Die Coronavirus-Pandemie hatte sich in den USA ab März zugespitzt. Ab Mitte März begannen viele Bundesstaaten, für die Wirtschaft verheerende Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Seither haben in den USA mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote inzwischen bei etwa 15 Prozent liegen dürfte. Die Regierung befürchtet für das zweite Quartal einen noch drastischeren Wirtschaftseinbruch – womöglich sogar ein Schrumpfen um bis zu 30 Prozent.

    mka/gs/dpa

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