03:45 30 November 2020
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    Durch die Ein- und Ausreisebeschränken geht auch den Fluggesellschaften bald das Geld aus. Darunter leidet auch die „Swiss“, eine ehemals Schweizer Fluggesellschaft, welche 2005 von Lufthansa übernommen wurde. Der Schweizer Bund hat nun beschlossen, den Schweizer Flugbetrieb mit einer Summe von 1,9 Milliarden Franken zu unterstützen.

    Der Flugverkehr ist im Moment weltweit stark eingeschränkt, aufgrund der beschwerten Einreisebestimmungen in viele Länder. Zur Eindämmung des Coronavirus haben mehrere Airlines ihre gesamte Flotte gegroundet. Auch in der Schweiz stehen viele Flugzeuge auf dem Boden und auch in den Flughäfen befindet sich der Betrieb auf einem Minimum. Betroffen sind davon vor allen Dingen die Schweizer Fluggesellschaften „Swiss“ und „Edelweiss“. Dabei werde laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ ein Liquiditätsbedarf von rund 1,5 Milliarden Franken (1,42 Mia. Euro) erwartet.

    Bund hilft

    Der Schweizer Bund gab deswegen am Mittwoch Bescheid, dass er den Fluggesellschaften helfen will. Dies tue er jedoch nicht mit flüssigem Geld. „Der Bund gibt nicht selber Geld, er bürgt für die Fluggesellschaften, damit sie einfacher an Kredite kommen“, sagte die Verkehrsministerien Simonetta Sommaruga mittwochs an einer Pressekonferenz. Dabei sollen 1,275 Milliarden Franken (1,21 Mia. Euro) vom Bund durch Garantien sichergestellt werden.

    Dabei sollen die Darlehen der Flugunternehmen von Darlehen durch Aktien abgesichert werden. Es werde in diesem Sinne keine weitere Beteiligung am Kapital der beiden Gesellschaften von Bundesseite aus angestrebt. Zudem kommt, dass beide Gesellschaften integriert sind in die deutsche Lufthansa-Group. Diese spielt in den Erfolg der beiden Fluggesellschaften stark mit ein.

    Easyjet erhält keine Hilfe

    Anders verhält sich der Bund zu Fluggesellschaften wie „Easyjet Switzerland“. Diese hätten laut Sommaruga den Liquiditätsbedarf durch das Mutterunternehmen zu decken. Genauso seien Unternehmensstrukturen wie „Swissport“ – eine Servicegesellschaft für Flughäfen und -gesellschaften – oder „Gategroup“ – ein Flug-Catering-Unternehmen – von finanzieller Unterstützung ausgeschlossen. Grund dafür sei, dass die Unternehmen weltweit tätig seien und eine Mehrzahl von asiatischen Investoren besäßen.

    Hilfe mit Bedingungen

    Weiter werde das Schweizer Parlament nächste Woche in einer Sondersession das Luftfahrtgesetz anpassen: Dies diene zur Vergabe von Geldern für die Landesflughäfen. Laut dem „Tages-Anzeiger“ sollen bei Bedarf bis zu 600 Millionen Franken (568 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt werden.

    Die Bedingungen, unter welchen der Bundesrat dieses Geld vergibt, lauten wie folgt: „Das Geld muss in der Schweiz bleiben, es dürfen keine Dividenden ausgeschüttet werden und wir brauchen von den Betroffenen Standortgarantien.“ So sagte es Sommaruga an der Pressekonferenz.

    Die Schweizer Fluggesellschaft zeigte sich dankbar um die Hilfe, die ihr von der Bundesregierung zugesprochen wurde.

    Vergangenheit der ehemaligen Schweizer Fluggesellschaft

    Schon die Vergangenheit zeigte, dass die „Swiss“ ein ewiges Sorgenkind der Schweiz war. Entstanden ist die Fluggesellschaft unter dem Namen „Swissair“, welche 2005 von der deutschen Lufthansa Group übernommen wurde. Nach mehreren Jahren von Schulden in Millionenhöhe konnten Großaktionäre das Werben der Lufthanse Group nicht weiter ignorieren. Die daraus geborene Fluggesellschaft „Swiss“ wurde somit gleichzeitig zum Goldesel für die Mutterfirma. In den Jahren 2011, 2014 und 2015 verdiente „Swiss“ sogar mehr als Lufthansa selbst. Mit 630 Millionen Franken (597 Mio. Euro) hatte die „Swiss“ 2019 das beste Ergebnis ihrer Geschichte, die bis 1947 zurückgreift.

    lm

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    Tags:
    Bundesrat, Schweiz, Coronavirus, Flughafen, Flugverkehr, Lufthansa, Swiss, Fluggesellschaft