17:26 18 September 2020
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    Die Piloten der Lufthansa haben dem Unternehmen einen freiwilligen Gehaltsverzicht bis zum Sommer 2022 angeboten. Voraussetzung dafür soll der Verzicht auf die Insolvenz in Eigenverwaltung sein, welche die deutsche Fluggesellschaft wegen der Corona-Krise als Alternative zu einem Staatseinstieg erwogen hatte.

    Das Angebot beinhalte für die mehr als 5000 aktiven Piloten im Konzerntarifvertrag ein um bis zu 45 Prozent abgesenktes Gehalt und habe ein Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit.

    Es stelle einen maßgeblichen Beitrag zur Überlebensfähigkeit des Unternehmens dar. Enthalten sei auch eine weitere, kurzzeitig wirksame Absenkung des Kurzarbeitergeldes. Aktuell seien die Cockpitkosten mit Einverständnis der Gewerkschaft bereits um mehr als 50 Prozent abgesenkt, so die VC weiter.

    Im Falle einer Insolvenz in Eigenverwaltung stünden Betriebsrenten und Übergangsvergütungen zur Disposition, weil der Konzern versuchen könnte, die Pensionsverpflichtungen loszuwerden. Auch könnten leichter Tarifverträge gekündigt und Beschäftigte entlassen werden. Der VC zufolge erfülle ein derartiges Schutzschirmverfahren die Anforderungen nicht, die Krise sozialpartnerschaftlich zu überwinden.

    Lufthansa verhandelt derzeit mit dem deutschen Staat über ein milliardenschweres Rettungspaket. Laut dem digitalen Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ will sich der Bund mit circa neun Milliarden Euro an der Rettung des Flugkonzerns beteiligen. Im Gegenzug soll die Bundesregierung eine Sperrminorität und ein bis zwei Aufsichtsratsmandate erhalten.

    Lufthansa-Tochter beantragt Staatshilfen

    Auch die Tochter der Fluggesellschaft Lufthansa, Austrian Airlines (AUA), muss in der Corona-Krise um ihr Überleben kämpfen. Am Mittwoch traf sich AUA-Chef Carsten Spohr mit Österreichs Regierungsspitze, um über staatliche Hilfen zu verhandeln. Das erste Treffen brachte jedoch keine Einigung.

    Im Anschluss an die Verhandlungen verwies der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz darauf, dass die AUA der Regierung „natürlich“ am Herzen liege, die Airline sei wichtig für den Standort Wien und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, aber die Eigentümerstruktur sei eindeutig: „Der Konzern ist deutsch“, so Kurz.

    Die Regierung sei nur bereit zu helfen, wenn es im Gegenzug Zugeständnisse gebe, eben eine direkte Staatsbeteiligung, auch an der AUA-Mutter Lufthansa. Die AUA hatte am Dienstag 767 Millionen Euro an Staatshilfen aus dem Coronavirus-Hilfsfonds beantragt.

    mka/gs/dpa

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