07:17 05 Dezember 2020
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    Das US-Unternehmen „Chesapeake Energy“, das im vergangenen Jahrzehnt zu den führenden Öl- und Gasförderern in den USA gehört hat, macht sich laut einem Bericht von Reuters auf das Schlimmste gefasst. Demnach droht dem Unternehmen die Insolvenz, wenn bald keine Hilfe kommen sollte.

    Ausschlaggebend für diese düsteren Aussichten seien der Ölpreissturz und die hohe Verschuldung des Unternehmens. Derzeit führe Chesapeake Energy Verhandlungen über einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar, der dem Unternehmen während des Insolvenzverfahrens vorerst über die Runden helfen würde, so Reuters weiter.

    Zuvor war bekannt geworden, dass Chesapeake eine Restrukturierung seiner Schulden anstrebe, die im vergangenen Jahr rund 8,9 Milliarden Dollar betragen hätten. Allerdings habe sich die Situation nach mehreren Einbrüchen am Ölmarkt verschlechtert. Infolgedessen hätten Chesapeake-Aktien um das Vierfache an Wert verloren. Anstehende Zahlungen kämen erschwerend hinzu – und zwar 136 Millionen Dollar im Juli und weitere 192 Millionen Dollar im August.

    Aus Kreisen des Unternehmens sei zu vernehmen gewesen, dass man auf einen erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen mit den Kreditgebern hoffe. Im April hatte die Ratingagentur „Moody’s“ die Bonität von Chesapeake Energy als sehr niedrig bewertet – das dürfte potenzielle Kreditgeber abschrecken.

    Trump will helfen

    Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, kündigte am Mittwoch an, seine Regierung werde demnächst einen Plan zur Unterstützung der US-Öl-und Gasunternehmen veröffentlichen. Dieser Plan könnte laut Finanzminister Steven Mnuchin die Aufstockung der bereits vorhandenen nationalen Reserven um Millionen Barrel Öl vorsehen. Unter anderem verwies Trump darauf, dass man der Förderung der Öl-Industrie nun Priorität einräumen werde.

    Der Ölpreissturz ist auf die niedrige Nachfrage nach Rohöl und die überfüllten Öllager in den USA zurückzuführen.

    ÖL-Lager überfüllt

    Am 14. April hatte das Innenministerium bekannt gegeben, es habe mit neun Produzenten, denen angesichts des Nachfrageeinbruchs der Platz für die Lagerung von Öl ausgegangen sei, Pachtverträge ausgehandelt. Der Großteil des Öls soll im Mai und im Juni geliefert werden. Einige Lieferungen könnten jedoch bereits im April vorgenommen werden.

    Die Ölunternehmen dürften die Rücknahme ihrer Rohstoffe für März 2021 planen. Zur Deckung der Lagerkosten solle ein kleiner Teil des eingelagerten Öls abgezogen werden.

    mka/gs/sna

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    Ölförderer, Insolvenz