12:06 31 Oktober 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    2119
    Abonnieren

    Der Konzern Tui steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer sehr schwierigen Sommersaison 2020 und plant mehrere Tausend Jobs abzubauen. Dies erklärte am Mittwoch Vorstandschef Fritz Joussen.

    Wegen der anhaltenden Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, so Joussen am Mittwoch zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr in Hannover.

    „Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen“, sagte er.

    Der Konzern hofft, in den kommenden Monaten möglichst große Teile der im März fast komplett eingestellten Aktivitäten wieder aufzunehmen. Weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm von Tui ist derzeit nur zu 35 Prozent ausgebucht.

    Joussen geht jedoch von einer Erholung aus:

    Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern“, so Joussen.

    Verluste

    Von Oktober bis März war das bereinigte Tui-Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro gefallen. Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieser bringt im laufenden Jahr aber besondere Probleme: Im März musste der Tui-Konzern sein Programm zunächst stoppen.

    „Eine andere Tui“

    Joussen hatte bereits eine Verschärfung des internen Sparkurses angedeutet. Nun werden die Pläne konkret. „Die Tui soll gestärkt aus der Krise hervorgehen“, erklärte er.

    „Aber sie wird eine andere Tui sein und ein anderes Marktumfeld vorfinden als vor der Pandemie.“

    Weitere Pläne

    Den Hotelbetrieb will Tui mit einem Zehn-Punkte-Plan schrittweise wieder aufnehmen. Dieser sieht zum Schutz vor Infektionen beispielsweise vor, dass Kunden online einchecken können, Abstandsregeln greifen oder die Kapazitäten von Restaurants und Teilnehmerzahlen von Sport- und Unterhaltungs-Events verringert werden.

    Kurzarbeit

    Zahlreiche Beschäftigte musste Tui Deutschland schon in Kurzarbeit schicken. Um die Liquidität zu sichern, bekommt das Unternehmen über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Zum 10. Mai beliefen sich sie verfügbaren Finanzmittel und Darlehen bei circa 2,1 Milliarden Euro.

    ak/sb/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Covid-19: Der Moment, an dem die Überwachung aller durch die Regierung begann?
    Rund 30 Jugendliche sollen in Wiener Kirche randaliert und „islamistische Parolen” gerufen haben
    Das müssen Putin und Merkel wissen – Gysi über Verhältnis zu Russland und Berlin als Hauptvermittler
    Tags:
    Reisen, Urlaub, Sommer, Job, Deutschland