21:24 02 Dezember 2020
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    Der zwischen Russland und Polen geschlossene Jamal-Vertrag über Gaslieferungen soll demnächst auslaufen. Das teilte das russische Erdgasförderunternehmen Gazprom der Nachrichtenagentur Reuters mit. In dem Vertrag fungiert Polen als Transitland zwischen Russland und Deutschland.

    Der Vertrag könne tatsächlich für beendet gelten, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Er betonte jedoch, dass russisches Erdgas auch weiterhin über polnisches Gebiet fließen werde. In diesem Zusammenhang sagte er aber nichts über einen möglichen Anstieg der Transitgebühren. Polen hatte in der Vergangenheit wiederholt bemängelt, dass diese zu niedrig seien.

    Der 1996 geschlossene Vertrag sieht Gaslieferungen an Warschau von bis zu zehn Milliarden Kubikmetern jährlich vor. Die Pipeline verläuft von der Halbinsel Jamal im Norden Sibiriens über Polen nach Deutschland. Nach Angaben der polnischen Seite fließen durch den Pipeline-Abschnitt in Polen jährlich rund 30 Milliarden Kubikmeter Gas.

    Warschau hat wiederholt erklärt, nach Auslaufen des Vertrages auf russisches Gas zu verzichten. Stattdessen wolle man sich auf Pipeline-Lieferungen aus Norwegen sowie auf Flüssigerdgas (darunter aus den USA) umstellen.

    Preisstreit vor Gericht

    2012 wurde der Gaspreis für Polen im Rahmen des Jamal-Vertrages um zehn Prozent gesenkt. 2015 wandte sich der polnische Energieversorger PGNiG an das Stockholmer Schiedsgericht, um eine weitere Preissenkung zu erwirken. Die damalige Begründung: Der festgesetzte Gaspreis sei überhöht und entspreche nicht der Marktlage.

    Ende März 2020 teilte PGNiG mit, der Konzern sei nach dem Gerichtsurteil in Stockholm berechtigt, von Gazprom 1,5 Mrd. US-Dollar einzufordern. Die Entscheidung des Gerichts betrifft die Preise für Gas, das vom 1. Januar 2014 an nach Polen befördert wurde.

    Gazprom erklärte seinerseits, dass die Entscheidung erst geprüft werde, und dass das Unternehmen es für verfrüht halte, die Höhe einer möglichen Rückerstattung zu bewerten.

    mka/gs/sna

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    Tags:
    Jamal, Polen, Russland, Vertrag, Gaspipeline