05:21 20 Oktober 2020
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    Der russische Gasgigant Gazprom hat die Arbeiten am Projekt der zweiten östlichen Gaspipeline – Kraft Sibiriens 2 – aufgenommen. Wie Konzernchef Alexej Miller am Montag mitteilte, sollen über die Gasleitung jährlich bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas über die Mongolei nach China transportiert werden.

    Den Angaben zufolge wird durch die Pipeline Gas gepumpt, das auf Feldern auf der Jamal-Halbinsel im Norden Westsibiriens gewonnen wird.

    „Das Projekt hat zum Ziel, das Gastransportsystem im europäischen Teil Russlands mit dem östlichen Teil des Landes zu verbinden, um neben dem Export auch Ostsibirien ausreichend mit Erdgas zu versorgen“, sagte der Gazprom-Vorstandschef.

    Jamal-Gas reicht für Ost und West aus

    Gas von Jamal-Vorkommen wird auch in die direkt nach Deutchland führende Ostseepipeline Nord Stream gespeist. Auch die künftige Parallel-Leitung Nord Stream 2 soll Jamal-Gas bekommen.

    Gazprom und der chinesische Mineralölkonzern CNPC hatten 2015 ein Abkommen über die Lieferung von russischem Gas über die sogenannte westliche Route ins Reich der Mitte unterzeichnet. Die Pipeline soll in dem bereits bestehenden Transportkorridor zwischen Westsibirien und Nowosibirsk gebaut und künftig auch bis zur chinesischen Grenze verlängert werden.

    Nach einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin Ende März dieses Jahres hatte Miller die zuständigen Strukturen seines Konzerns angewiesen, mit dem Projektieren von Kraft Sibiriens 2 zu beginnen.

    Vorgängerleitung Kraft Sibiriens seit fünf Monaten in Betrieb

    Ende Dezember 2019 war die östliche Pipeline Kraft Sibiriens – zwischen dem Gasfeld Tschajanda in der Teilrepublik Jakutien und der Stadt Blagoweschtschensk an der Grenze zu China – in Betrieb genommen worden. Die 2200 Kilometer lange Leitung versorgt Kunden im Fernen Osten und in China. Der Bau dauerte etwas mehr als fünf Jahre, in das Projekt wurden 1100 Milliarden Rubel (13,9 Mrd. Euro) investiert. Die geplante Jahresleistung von rund 38 Milliarden Kubikmeter dürfte 2025 erreicht werden. Im laufenden Jahr erhält China etwa 5 Milliarden Kubikmeter russischen Pipelinegases.

    Russisches Pipelinegas vs. US-LNG

    Vorläufigen Kalkulationen zufolge wird russisches Pipelinegas, das deutlich billiger ist als verflüssigtes Gas (LNG), Konzernen der USA und Australiens auf dem chinesischen Gasmarkt eine ernsthafte Konkurrenz machen. Mehrere Experten sind der Ansicht, dass Gasunternehmen der USA China komplett werden verlassen müssen.

    am/mt/jeg

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    Projekt, Beginn, Gazprom, Kraft Sibiriens 2, Gaspipeline, China, Russland