04:01 13 Juli 2020
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    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, hat die Meinung geäußert, dass die Weltwirtschaft viel länger brauchen wird, um sich vollständig von dem durch das neue Coronavirus verursachten Schock zu erholen, als ursprünglich erwartet wurde. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

    Laut Georgieva werde der Fonds seine Prognose für einen Rückgang des BIP um voraussichtlich drei Prozent im Jahr 2020 nach unten korrigieren, sie gab jedoch keine Einzelheiten bekannt. Dies würde wahrscheinlich auch Änderungen in der Prognose des Fonds für eine teilweise Erholung von 5,8 Prozent im Jahr 2021 auslösen.

    In einem Interview mit Reuters sagte die IWF-Chefin, die Daten aus der ganzen Welt seien schlechter als erwartet.

    „Das bedeutet natürlich, dass wir viel länger brauchen werden, um uns vollständig von dieser Krise zu erholen“, sagte Georgieva. 

    Im April prognostizierte der globale Kreditgeber, dass Geschäftsschließungen und -sperrungen als Maßnahme gegen die Coronavirus-Ausbreitung die Welt in die tiefste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahren stürzen würden. Die seitdem gemeldeten Daten deuten jedoch auf „mehr schlechte Nachrichten“ hin, sagte Georgieva Anfang dieses Monats.

    Georgieva sagte gegenüber Reuters, der Fonds konzentriere sich auf Risiken wie hohe Verschuldung, erhöhte Defizite, Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, erhöhte Armut und Ungleichheit während der Erholungsphase. Sie sagte jedoch, die Krise habe auch die digitale Wirtschaft angekurbelt und die Chance geboten, selbst kleinen Unternehmen den Zugang zu Märkten zu ermöglichen.

    Auf die Spannungen zwischen den USA und China - den beiden größten Volkswirtschaften der Welt - angesprochen, forderte Georgieva die Mitgliedsländer auf, eine offene Kommunikation und Handelsströme aufrechtzuerhalten, die das globale Wachstum über Jahrzehnte gestützt hatten.

    „Wir müssen die Handelsströme offen halten, insbesondere für medizinische Versorgung, Lebensmittel und längerfristig, um einen Weg zu finden, um das zu überwinden, was jetzt mit dieser Krise passiert“, sagte Georgieva.

    Die Spannungen zwischen  Washington und Peking haben sich in den letzten Wochen zugespitzt. Beide Seiten halten es für möglich, dass ein hart erkämpfter Deal, der einen erbitterten 18-monatigen Handelskrieg entschärfte, Monate nach seiner Unterzeichnung nun aufgegeben werden könnte.

    om/mt

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    Tags:
    Internationaler Währungsfonds (IWF), Prognose, Erholung, Wirtschaft