17:43 19 September 2020
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    Der russische Konzern Gazprom hat den Gastransport über den polnischen Abschnitt der Pipeline Jamal–Europa eingestellt. Laut dem Ferngasnetzbetreiber GASCADE, der das Gas in Polen abnimmt, ist das Umpumpen von Gas von neun Millionen kWh am Sonntag auf 461.500 kWh am Montag zurückgegangen und am Dienstagmorgen völlig eingestellt worden.

    Wie der Oberdirektor des Bereichs für Naturressourcen und Rohstoffwaren der Agentur Fitch, Dmitri Marintschenko, sagte, habe Gazprom den Gastransit ausgesetzt, um den Export angesichts eines Überangebots auszugleichen.

    „Die Umstellung Polens auf die Reservierung von Kapazitäten durch Auktionen sowie der Abschluss eines fünfjährigen Take-or-Pay-Vertrags mit der Ukraine macht die Transportroute über Weißrussland und Polen für Gazprom ausgleichend, das heißt volatiler in Bezug auf Liefervolumen“, sagte Marintschenko gegenüber RIA Novosti.

    Der Analytiker merkte zugleich an, dass keine langfristige Einstellung des Transits über den polnischen Abschnitt zu erwarten sei. Denn Gazprom müsse alle seine Lieferrouten beibehalten, um auf ein potenzielles Wachstum der Nachfrage in Zukunft vorbereitet zu sein. Aus diesem Grund würden minimale Gasmengen auch weiterhin transportiert. 

    Der Vertrag über den Transit russischen Gases durch Polen ist am 16. Mai abgelaufen. Nun wird Gas nur entsprechend den Auktionsergebnissen durch den polnischen Pipeline-Abschnitt umgepumpt. So wurden für Juni rund 94 Prozent der Pipeline-Kapazitäten reserviert. 

    Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow hatte zuvor berichtet, dass die Gaslieferungen durch den polnischen Abschnitt der Pipeline so oder anders fortgesetzt werden sollen. Der Energie-Beauftragte der polnischen Regierung, Piotr Naimski, erklärte, das Land rechne damit, dass der Umfang der Lieferungen von russischem Gas über polnisches Territorium erhalten bleibe.

    ls/mt

     

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    Tags:
    RIA Novosti, Sergej Kuprijanow, Pipeline-Betreiber Gascade, Gazprom, Fitch Ratings, Polen, Russland