01:18 14 Juli 2020
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    Die in Deutschland verhängten wirtschaftlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung sollen über 100.000 Arbeitsplätze gekostet haben, meldet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschaftler.

    Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und seine Kollegin Anja Bauer vom Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) untersuchten die kurzfristigen Arbeitsmarkteffekte der Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen bis Mitte April. Nach ihren Berechnungen wurden bis dahin etwa 64.000 Jobs wegen dieser Maßnahmen zusätzlich beendet, während zugleich 53.000 Neueinstellungen unterblieben.

    „Das macht deutlich mehr als die Hälfte des arbeitsmarktbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit aus“, zitiert die Agentur Weber.

    Sondereffekte wie die Zunahme der Arbeitslosigkeit dadurch, dass weniger Personen in Fortbildungsprogrammen waren, blieben dabei außen vor.

    „Insgesamt haben die Shutdown-Maßnahmen kurzfristig zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um 117.000 Personen geführt.“

    Allerdings hätte laut Weber ohne die Maßnahmen bei einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus möglicherweise noch größerer Schaden entstehen können.

    Experte fordert: Alle Möglichkeiten für Wirtschaftsbelebung ausloten

    Angesichts des Jobverlusts plädierte Weber für eine Wirtschaftsbelebung. Es müssten „alle Möglichkeiten ausgelotet werden, wie die Wirtschaftstätigkeit bei einer hinreichenden Eindämmung des Virus reaktiviert werden kann“.

    Die BA legt kommende Woche die Arbeitsmarktzahlen für Mai und erste Zahlen zur realisierten Kurzarbeit im März vor. Im April war die registrierte Arbeitslosigkeit um 308.000 auf knapp 2,65 Millionen gestiegen.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 5,6 Millionen Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 351.815 Todesopfer registriert.

    Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland beträgt nach Angaben der Organisation 181.524. An der neuartigen Krankheit seien 8416 Patienten gestorben.

    mo/mt/rtr

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    Tags:
    Coronavirus, Wirtschaft, Deutschland