08:03 01 Dezember 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    5237
    Abonnieren

    Die EU-Kommission hat am Mittwoch nach monatelangem Zwist ihren Vorschlag für den Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 vorgestellt.

    Das Budget wird nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ein Volumen von 1,1 Billionen Euro haben. Es soll die Folgen der Pandemie abmildern, aber auch Impulse für mehr Klimaschutz und Digitalisierung setzen.

    Zudem macht sich die Kommission für einen 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds stark, von dem Italien und Spanien am meisten profitieren würden.

    Insgesamt 2,4 Billionen Euro

    Die EU hatte zuletzt bereits Kredithilfen im Umfang von 540 Milliarden Euro beschlossen – etwa für Unternehmen über die Förderbank EIB oder für Staaten über den Rettungsfonds ESM. Damit zusammen mobilisiert Europa 2,4 Billionen Euro gegen die Krise, was aber immer noch vergleichsweise wenig ist.

    „Das ist Europas Moment“, sagte die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut der Agentur im EU-Parlament. „Unsere Bereitschaft zum Handeln muss mit den Herausforderungen Schritt halten, mit denen wir alle konfrontiert sind.“

    Neue Einnahmequellen für die EU

    Da der Kampf gegen die Krise viel Geld kostet und die Verschuldung nach oben treibt, forderte von der Leyen neue Einnahmequellen für die EU. Als Beispiele nannte sie einen Ausbau von Emissionshandelssystemen, eine Digitalsteuer oder eine CO2-Grenzsteuer.

    Schwerste Rezession in EU-Geschichte zeichnet sich ab

    Der Europäischen Union droht dieses Jahr die schwerste Rezession seit ihrem Bestehen. Für die Euro-Zone rechnet EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts zwischen acht und zwölf Prozent.

    Experten erwarten, dass es den hoch verschuldeten Ländern im Süden des Kontinents deutlich schwerer fallen wird, wieder auf die Beine zu kommen. Sie sind stärker vom Tourismus abhängig, der nur langsam wieder Fahrt aufnimmt. Deutschland kann sich dagegen nach Jahren ausgeglichener Haushalte viel mehr verschulden und hat auch deutlich höhere Summen für Rettungspakete zur Verfügung gestellt.

    Darüber hinaus wird nach Reuters-Angaben teilweise befürchtet, dass die USA und China wirtschaftlich stärker aus der Krise hervorkommen würden.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 5,6 Millionen Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 352.674 Todesopfer registriert.

    mo/mt/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Große Krankenhausstudie: 2020 weniger Intensivpatienten mit Atemwegserkrankungen als 2019
    Neue Corona-Regeln in Deutschland: Verschärfte Dezember-Beschlüsse in Kraft getreten
    „Da wird nicht gemeckert“: Ist das deutsche Grundgesetz an Corona-Toten schuld?
    Feuerball rast am Himmel über West-Japan hinweg - Video
    Tags:
    Spanien, Italien, Deutschland, Coronavirus, EU