00:22 12 Juli 2020
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    Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur in der Bundesrepublik.

    „Ich erwarte im Mai einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosen von saisonbereinigt 180.000“, sagte Katharina Utermöhl von der Allianz in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Damit wären in nur zwei Monaten 500.000 Jobs verloren gegangen.

    „Die gesamte positive Entwicklung der vergangenen fünf Jahre auf dem Arbeitsmarkt würde dann ausradiert“, sagte Utermöhl.

    „Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat heftig auf den Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdown reagiert“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

    „Täuschen die Vorzeichen nicht, wird die Arbeitslosenquote bereits im Mai auf über sechs Prozent steigen, die Zahl von drei Millionen rückt näher. So hoch war sie zuletzt 2016.“

    Angesichts von zehn Millionen Menschen, für die Kurzarbeit beantragt wurde, drohe eine weitere Welle. „Springt die Konjunktur nicht rechtzeitig und kräftig genug an, wird für viele von ihnen der Weg von der Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit führen.“ Vor allem das Gastgewerbe und der Einzelhandel seien gefährdet, sagte Niklasch.

    Neue Statistik am Mittwoch 

    Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg will an diesem Mittwoch (3. Juni) ihre Arbeitsmarktstatistik für den Mai bekanntgeben, erwartet werden dann auch neue Zahlen zur Kurzarbeit.

    Laut einer Studie haben die Corona-Restriktionen in Deutschland bereits über 100.000 Arbeitsplätze gekostet. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und seine Kollegin Anja Bauer vom Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten die kurzfristigen Arbeitsmarkteffekte der Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen bis Mitte April untersucht. Nach ihren Berechnungen wurden bis dahin etwa 64.000 Jobs wegen dieser Maßnahmen zusätzlich gestrichen, während zugleich 53.000 Neueinstellungen unterblieben.

    leo/dpa/sna/ae

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    Tags:
    Konjunktur, Prognose, Arbeitslosigkeit, Krise, Pandemie, Coronavirus, Deutschland