14:32 09 Juli 2020
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    Die Corona-Krise hat Deutschlands letzter großen Warenhauskette schwer zugesetzt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfahren hat, wird der Konzern nun 62 seiner 172 Filialen schließen. Welche Filialen betroffen sind, blieb aber zunächst offen.

    Die Zahl der Filialschließungen fällt damit zumindest etwas geringer aus, als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten. Allerdings konnte durch Zugeständnisse von Vermietern und Beschäftigten offenbar noch Schlimmeres verhindert werden.

    Doch das ist wohl nur ein kleiner Trost. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ dürften rund 6000 der 28.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Bis Ende des Monats muss die Konzernführung einen Sanierungsplan vorlegen. In den vergangenen Wochen rangen die Gewerkschaft Verdi, der Betriebsrat und die Geschäftsführung dennoch erbittert darum, welche Opfer die Beschäftigten noch bringen müssen und auf welche Einschnitte der Konzern verzichten kann. 

    Vereinbarung soll stehen

    Am Mittwochabend meldete Verdi dann erste Fortschritte: Der geplante Personalabbau von zehn Prozent in den bestehenden Filialen sowie die Ausgliederung des Waren Service Teams (WST) seien „unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung vom Tisch“, hieß es.

    Doch das Ringen um einen Sozialtarifvertrag, einen Interessensausleich für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter und ein Zukunftskonzept für den Konzern ging weiter. Offenbar mit Erfolg. Eine entsprechende Vereinbarung mit Betriebsrat und Gewerkschaften sollte noch am Donnerstagabend unterschrieben werden.

    Der Handelsriese war durch die Schließung aller Filialen infolge der Pandemie in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen.„Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, beschrieb der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz im Mai die Probleme des Konzerns.

    mka/gs/dpa

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    Schließung, Stellenabbau, Galeria Kaufhof