19:01 28 November 2020
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    Der Vorstandschef des Dax-Konzerns Wirecard, Markus Braun, tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

     Interims-Chef wird der erst am Vorabend in den Vorstand berufene US-Manager James Freis, wie Wirecard am Freitag in München mitteilte.

    Zuvor hatten sich die Indizien für einen Betrugsfall von großem Ausmaß um den Dax-Konzern Wirecard verdichtet.

    Im Mittelpunkt des Bilanzskandals stehen zwei asiatische Banken und ein Treuhänder, der seit Ende vergangenen Jahres für Wirecard die Konten verwaltet. Auf den Konten waren angeblich 1,9 Milliarden Euro verbucht. Die für Wirecard tätigen Bilanzprüfer bezweifeln jedoch mittlerweile, dass diese 1,9 Milliarden Euro tatsächlich existieren.

    Wirecard wickelt bargeldlose Zahlungen für Händler ab, sowohl an Ladenkassen als auch online. Das Unternehmen ist seit über einem Jahr in Bedrängnis, seit die Londoner „Financial Times” dem Management in einer Serie von Artikeln Bilanzmanipulationen vorwarf.

    Braun sagte in der Nacht zum Freitag, man könne es nicht ausschließen, dass die Wirecard AG „in einem Betrugsfall erheblichen Ausmaßes zum Geschädigten geworden” sei.

    Wirecard droht der Verlust von Milliardenkrediten. Wenn das Unternehmen bis zum heutigen Freitag keinen von Wirtschaftsprüfern testierten Jahres- und Konzernabschluss vorlege, könnten Kredite von etwa zwei Milliarden Euro gekündigt werden, hatte Wirecard am Donnerstag bekannt gegeben.

    msch/dpa

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