07:26 21 Oktober 2020
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (71)
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    Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 bekommt einen neuen Projektdirektor. Wie der Betreiber Nord Stream 2 AG am Freitag mitteilte, hat der frühere CPO Henning Kothe das Unternehmen verlassen. Er sei durch den Manager Marco Casirati ersetzt worden.

    „Henning Kothe hatte Anfang Juni 2020 beschlossen, aus persönlichen Gründen zu gehen. Sein Nachfolger Marco Casirati hatte sowohl bei Nord Stream 2 als auch beim Nord Stream mitgewirkt“, hieß es.

    Renommierte europäische Firmen am Projekt beteiligt

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Unterwasser-Strängen zwischen Russland und Deutschland auf dem Grund der Ostsee vor. Die Leitung soll eine Durchsatzkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr haben. Für die Umsetzung des Vorhabens ist die vom russischen Gasgiganten Gazprom zu 100 Prozent kontrollierte Nord Stream 2 AG zuständig.

    Die europäischen Partner – Royal Dutch Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall – haben mit jeweils 950 Millionen Euro die Hälfte der erforderlichen Summe entrichtet. Die restlichen 4,75 Milliarden Euro werden von Gazprom bereitgestellt.

    Gegner des Projekts

    Mehrere Länder stemmen sich gegen das Projekt: Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab.

    Die USA wollen russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen. Um den Fertigbau der Leitung zu verhindern, verhängte Washington Sanktionen gegen die beteiligten Unternehmen. Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte ihre Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein.

    Seit Mitte Mai 2020 hat der Projektbetreiber eine neue Hürde zu nehmen: Die Bundesnetzagentur hatte den Antrag der AG abgelehnt, die Pipeline von der EU-Regulierung freizustellen. Laut der geänderten Gasrichtlinie der EU darf der Gaslieferant die Pipeline zugleich nicht besitzen.

    Befürworter des Projekts

    Die aktivsten Befürworter der Leitung sind Deutschland und Österreich. Beide Länder sind der Ansicht, dass das Projekt die Energiesicherheit Europas stärken wird, und weisen auf die Zuverlässigkeit Russlands als Energielieferant hin.

    Moskau hatte mehrmals erklärt, dass Nord Stream 2 ein ausschließlich kommerzielles und konkurrenzfähiges Projekt sei. Präsident Putin zufolge soll der ukrainische Gastransit auch nach dem Fertigbau dieser Pipeline bleiben.

    Die Pipeline dürfte mit dem russischen Rohrlegeschiff „Akademik Cherskiy“ fertiggebaut werden – allerdings deutlich später als ursprünglich geplant.

    am/mt/jeg

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