23:27 06 Juli 2020
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    Die staatliche Rettung des von der Corona-Krise stark getroffenen Lufthansa-Konzerns steht weiter auf der Kippe. Die Bundesregierung hat dem neuen Großaktionär der Fluglinie, Heinz Hermann Thiele, offenbar keine Änderungen am Rettungspaket vorgeschlagen.

    Drei Tage vor der außerordentlichen Hauptversammlung, bei der das Paket gebilligt werden soll, bleibt Thieles Strategie unklar.

    „Wir hatten eine sehr gute Diskussion mit dem Lufthansa-Management und haben einen sehr guten Plan entwickelt, über den es auch Einigung mit Brüssel gibt“, sagte Finanzminister Olaf Scholz am Montag bei einer Konferenz in Frankfurt nach dem Treffen mit Thiele und dem Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. 

    Der 79 Jahre alte Milliardär Thiele hatte sich in den vergangenen Monaten 15,52 Prozent der Lufthansa-Aktien gesichert und könnte nun alleine die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für den Staatseinstieg verhindern. Zuvor hatte er sich kritisch zur staatlichen Beteiligung an der Lufthansa geäußert. 

    Die Fluggesellschaft hat sich nach Spohrs Worten bereits auf das mögliche Scheitern des Rettungsplans vorbereitet und notwendige Schritte unternommen, um einen abrupten Stopp des Flugbetriebs zu verhindern. 

    Die Gewerkschaft Verdi warnte vor einer Ablehnung des Rettungsplans, der Hilfen von bis zu neun Milliarden Euro vorsieht. In diesem Fall würde dem Konzern mit 138.000 Beschäftigten eine Insolvenz drohen. Der Konzern hat bereits den weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Stellen beziffert, die Hälfte davon entfällt auf Deutschland. 

    om/mt/dpa

     

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    Tags:
    Rettung, Krise, Coronavirus, Zukunft, Lufthansa, Deutschland