01:57 11 Juli 2020
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    Russland setzt in der Corona-Krise weiter auf eine starke Kooperation mit Deutschland. Ziel ist die gemeinsame Herstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung für die Bedürfnisse der Automobil-, Luftfahrt-, Eisenbahn- und Energieindustrie, so Industrieminister Manturow bei der AHK-Konferenz. Im Vorfeld traf er 20 deutsche Unternehmenslenker.

    Ein Bekenntnis zu „einer tieferen deutsch-russischen Wirtschaftszusammenarbeit mit Deutschland“ hat der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow am Montag bei der Fachkonferenz der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer abgelegt. „Unser Ziel ist die gemeinsame Herstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung für die Bedürfnisse der Automobil-, Luftfahrt-, Eisenbahn- und Energieindustrie – und nicht zu vergessen: die IT-Branche“, erklärte der Minister vor mehr als 1000 Teilnehmern bei der Konferenz zum Thema „Russland und die Welt im Jahr 2021“.

    Insbesondere durch die Kombination russischer und deutscher Kompetenzen bei der Implementierung intelligenter Fertigungstechnologien könne dieWiderstandsfähigkeit der Produktionsprozesse gegen äußere Einflüsseerhöht werden, so der Minister.

    Vor Konferenzbeginn sprach Manturow mit zwanzig deutschen Unternehmenslenkern, darunter die Global-CEOs von Bayer, Stada, Globus, Schaeffler und Phoenix Contact, dazu die Russlandchefs von Giganten wie Siemens, Volkswagen und SAP, aber auch die Global-CEOs und Eigentümer von Mittelständlern und Familienunternehmen wie Knauf, Herrenknecht und Viessmann. Die Gesamtinvestitionen dieser Firmen in Russland belaufen sich auf 15 Milliarden Euro, einige Unternehmen kündigten weitere Investitionen an.

    Wirtschaftliche Aktivität ankurbeln

    Der Minister unterstrich, dass erhebliche Anstrengungen unternommen würden, um der durch den zerstörerischen Einfluss der Coronavirus-Infektion verursachten Wirtschaftskrise entgegenzuwirken. In Deutschland wurde ein Plan zur finanziellen Unterstützung der Wirtschaft verabschiedet, auch die Regierung der Russischen Föderation hatte entsprechend reagiert und nun einen weiterenAktionsplan zur Verbesserung der Lage der Wirtschaft formuliert. Er unterscheide sich von früheren Maßnahmen vor allem dadurch, dass es nicht darauf abzielt, nur die negativen Folgen der Pandemie zu beseitigen, sondern die wirtschaftliche Aktivität der Unternehmen weiter zu entwickeln und anzukurbeln, so der Minister.

    Hauptaufgaben und Milliarden

    „Unsere Hauptaufgaben sind die Wiederherstellung der Beschäftigung und des Einkommens der Bevölkerung, zudem die Vergrößerung des Wirtschaftswachstums basierend auch auf langfristigen strukturellen Veränderungen. Die dafür bereitgestellte Finanzierungssumme beträgt rund 65 Milliarden Euro, wobei eine gezielte Unterstützung konkreter Branchen vorgesehen ist“, so Manturow.

    So sei geplant, rund 357 Millionen Euro für die Unterstützung der Automobilindustrie durch Kaufanreiz schaffende Maßnahmen bereitzustellen. Die Flugzeugindustrie soll 214 Millionen Euro erhalten. Das Programm des Vorzugsleasings von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten für die Lebensmittelindustrie wird um 64 Millionen Euro erweitert. Die Förderprogramme für Unternehmen der Leichtindustrie werden um fast 16 Millionen Euro erhöht. Aber auch andere Mechanismen der staatlicher Unterstützung für Unternehmen würden entwickelt, wie spezielle Investitionsverträge und Unternehmensprogramme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

    Humanitäre Aktionen sehr geschätzt

    Die Coronavirus-Pandemie zeige laut Manturov aber auch deutlich, dass das deutsch-russische Verhältnis nicht nur durch enge Geschäftsbeziehungen geprägt ist, sondern auch durch eine enge Verbundenheit im sozialen Bereich: „Ich meine die humanitären Aktionen für unsere medizinischen Einrichtungen, die von deutschen Unternehmen durchgeführt wurden. Wir wissen das sehr zu schätzen “, so der Minister.

     

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    Tags:
    Coronavirus, Deutschland, Russland, Denis Manturow, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK)