07:35 03 Dezember 2020
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    Die deutsche Wirtschaft in Russland fordert von der EU eine Lockerung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbots. Das gelte auch umgekehrt für Russland, dass deutsche und europäische Geschäftsreisende wieder einreisen könnten.

    „Es ist an der Zeit, dass Deutschland und die Europäische Union nun auch die Visavergabe für russische Geschäftsleute wieder aufnehmen“, sagte der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, am Donnerstag in Moskau.

    Die russische Regierung habe aber in den vergangenen Wochen flexibel und offen auf Forderungen reagiert, in Russland arbeitenden Managern und Experten aus dem Ausland die Wiedereinreise ins flächenmäßig größte Land der Erde zu ermöglichen.

    „Ein freier Reiseverkehr unter Beachtung von Quarantäne und Covid-19 Tests werden zusätzlich helfen und wie ein zweites Konjunkturprogramm wirken“,

    sagte Schepp mit Blick auf Unterstützungsprogramme der Regierungen für die Wirtschaft.

    EU und Russland noch unentschieden über Grenzöffnungen

    Die EU-Botschafter der EU-Staaten hatten am Mittwoch über Kriterien für Länder beraten, aus denen die Einreise in die EU ab Juli wieder erlaubt sein soll. Oberstes Kriterium soll demnach die epidemiologische Lage vor Ort sein. Danach dürfte für Länder wie Russland, Brasilien und die USA das Einreiseverbot weiterhin bestehen bleiben. Die Diskussion darüber soll am Freitag fortgesetzt werden.

    Um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Der Einreisestopp war mehrfach verlängert worden und gilt derzeit bis Ende Juni.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, es stehe noch nicht fest, wann Russland seine Grenze wieder öffnen werde. Vor einer solchen Entscheidung werde die Meinung von Epidemiologen „unter Berücksichtigung der Informationen aus dem Ausland“ eingeholt.

    Am Donnerstagmorgen landete ein zweiter Sonderflug der deutschen Wirtschaft in Moskau. Vor zwei Wochen gab es die erste Rückkehraktion für deutsche Geschäftsleute nach Russland.

    Unter den Passagieren am Donnerstag seien Mitarbeiter des Autobauers Mercedes, des Softwareherstellers SAP und des Technologie-Konzerns Liebherr, teilte die AHK mit. Auch Journalisten und Kulturschaffende seien mit Genehmigung der russischen Behörden an Bord gewesen.

    as/dpa

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