11:38 26 Oktober 2020
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    Die deutschen Netto-Direktinvestitionen in Russland haben sich im ersten Quartal 2020 trotz Anti-Corona-Maßnahmen auf 1,8 Milliarden Euro belaufen. Damit sind die Investitionen auf fast demselben Niveau wie im Vorjahr, berichtet die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK). Die Deutschen seien in Russland „krisenerprobt“.

    Im Vorjahr lagen die deutschen Direktinvestitionen im ersten Jahresquartal bei 1,9 Milliarden Euro. In diesem krisengebeutelten Jahr 2020 liegen sie nun fast ebenso hoch – zumindest noch im ersten Quartal 2020. Das teilte die AHK unter Berufung auf die Deutsche Bundesbank mit.

    „Dass die deutsche Wirtschaft trotz erster Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland, Russland und weltweit weiter stark in den russischen Markt investiert, zeigt, dass der russische Markt trotz großer politischer Spannungen, Sanktionen und globaler Handelskonflikte attraktiv bleibt“, sagt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK.

    „Temporäre Krise“ keine Abschreckung

    Vor allem deutsche mittelständische Familienbetriebe, die traditionell stark in Russland engagiert sind, würden langfristig denken und ließen sich „nicht von temporären Krisen abschrecken“, so Schepp weiter.

    Die deutschen Netto-Direktinvestitionen zählten mit 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2018 und 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 zu den höchsten Werten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. „Die deutsche Wirtschaft im größten Flächenstaat der Erde ist krisenerprobt und wird auch die Corona-Pandemie gut überstehen“, so Matthias Schepp.

     „Tiefere Wirtschaftszusammenarbeit“ angestrebt in Corona-Zeiten

    Der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow hat in der vergangenen Woche auf einer Online-Konferenz der AHK ein Bekenntnis zu „einer tieferen deutsch-russischen Wirtschaftszusammenarbeit mit Deutschland“ abgelegt.

    Der russische Handelsminister Denis Manturow (Archivbild)
    © Sputnik / Staatsduma Pressedienst / Handout (ARCHIVFOTO)
    „Unser Ziel ist die gemeinsame Herstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung für die Bedürfnisse der Automobil-, Luftfahrt-, Eisenbahn- und Energieindustrie – nicht zu vergessen der IT-Branche“, erklärte der Minister vor mehr als 1000 Teilnehmern, darunter führende CEOs und Top-Manager deutscher DAX-Konzerne und Mittelstandsunternehmen.

    Am kommenden Dienstag stellt die Deutsch-Russische AHK ihren mit Spannung erwarteten Geschäftsklima-Index vor: Wie empfinden ihre rund 900 Mitglieder das Russland-Geschäft tatsächlich? Im Fokus die Auswirkungen der von EU wie USA gegen den Bau der Ostseepipeline Nordstream 2 verhängten Sanktionen, die deutsch-russischen Beziehungen in der Praxis der Unternehmer sowie deren Geschäftslage im Lichte Coronas samt der Entwicklungsmöglichkeiten auf dem russischen Markt.

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    Tags:
    Matthias Schepp, Russland, Russland, Denis Manturow, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), AHK, Wirtschaftszone, Volkswirtschaft, Wirtschaft