22:03 04 Dezember 2020
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    Vor dem Hintergrund der Corona-Krise haben viele Unternehmen in Deutschland zur Kurzarbeit gegriffen. Allerdings sind davon vor allem solche Regionen betroffen, die einen hohen Anteil an Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete haben. Dies geht aus der neusten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

    Wie die Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung ergab, hätten insbesondere Städte und Kreise mit starker Autobranche hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit aufgewiesen. So hätte die Zahl der Beschäftigten, die Kurzarbeit beantragt hatten, an den VW-Standorten Emden und Wolfsburg im März und April bei mehr als 50 Prozent gelegen, wobei der bundesweite Durchschnitt im April gut 31 Prozent betrug.

    Überdurchschnittlich viel Kurzarbeit sei auch in Fremdenverkehrsregionen angemeldet worden. So wiesen die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald (41,4 Prozent), Oberallgäu (40,4 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (35,1 Prozent) hohe Quoten auf. An der Nord- und Ostseeküste treffe dies unter anderem auf Wittmund (35,6 Prozent), Ostholstein (34,7 Prozent) und Vorpommern-Rügen (35,5 Prozent) zu.

    Nach Angaben der Böckler-Stiftung sei vergleichsweise wenig Kurzarbeit in Städten mit starken Chemie- und Pharmaunternehmen angemeldet worden. Bei dem BASF-Standort Ludwigshafen hätte die Kurzarbeitsquote 11,6 Prozent und bei dem Bayer-Standort Leverkusen 16,2 Prozent betragen. Das seien die niedrigsten Quoten angezeigter Kurzarbeit in Deutschland.

    Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass Kurzarbeit in erster Linie kleinere Unternehmen härter getroffen habe, die wegen der Corona-Krise dazu gegriffen hätten.

    Arbeitslosigkeit trotz Kurzarbeit gestiegen

    Trotz des massenhaften Einsatzes der Kurzarbeit sei aber auch die Arbeitslosigkeit gestiegen – ebenfalls mit beachtlichen regionalen Unterschieden. Besonders starke Corona-bedingte Anstiege der Arbeitslosenquoten hatten nach WSI-Berechnungen die Tourismusregionen Vorpommern-Rügen (3,2 Prozentpunkte) und Wittmund in Ostfriesland (2,6 Prozentpunkte) zu verkraften. Aber auch in Berlin (2,5 Prozentpunkte), Garmisch-Partenkirchen (2,4 Prozentpunkte), dem Berchtesgadener Land und in Wilhelmshaven (beide 2,3 Prozentpunkte) sei die Arbeitslosenquote deutlich gestiegen. Im Bundesmittel habe sich die Quote von März bis Mai Corona-bedingt um 1,3 Prozentpunkte erhöht.

    ac/mt/dpa

     

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