23:12 27 September 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Von
    1536
    Abonnieren

    Der Leiter der Föderalen Wettbewerbsbehörde Russlands (FAS), Igor Artemjew, hielt ein Online-Treffen mit Vertretern der Mitgliedsunternehmen der Assoziation des Europäischen Business (AEB) aus verschiedenen Branchen ab und stellte sich deren Fragen.

    Diskutiert wurden für ausländische Unternehmen in Russland wichtige Themen wie die Tarifregelung, staatliche Aufkäufe, die Gewährleistung der Versorgungssicherheit während der Pandemie, die Einhaltung des Kartellrechts, die Bekämpfung von Kartellpraktiken und andere.

    Eine der Fragen, die Artemjew gestellt wurde, betraf das öffentliche Beschaffungswesen und die Substitution von Importen sowie die damit verbundenen Wettbewerbsbeschränkungen. Ausländische Unternehmen befürchten, dass ihre Rechte verletzt werden könnten, und infolge dieser Maßnahmen eine gewisse Tendenz zu höheren Preisen und geringerer Produktqualität für den Endverbraucher, also für die Bürger Russlands, bestehen würde.

    Unter Covid-19 sei das Gesetz geändert worden, um Quoten für staatliche Käufe von in Russland hergestellten Produkten vorzusehen, teilte Artemjew mit und fügte hinzu:

    „Jedes Land entwickelt seine eigene Industrie. Gleichzeitig sollte der Wettbewerbsschaden minimal sein, da sich ohne den Wettbewerb keine Wirtschaft entwickeln kann.“

    Das Gesetz betrifft nicht die Produkte, die außerhalb des Landes hergestellt werden. Dementsprechend kann niemand die notwendigen importierten Waren ersetzen. In Bezug auf die Produktqualität gehören zur AEB weltberühmte Unternehmen, die für ihre Qualität bekannt seien, und dies werde auch berücksichtigt, so der FAS-Leiter.

    „In solchen Fällen, wenn es um die Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit des Staates geht, wird ein wesentlicher Teil der Beschaffung aus offensichtlichen Gründen an russische Unternehmen vergeben. Gleiches gilt für die IT-Branche“, betonte Artemjew.

    Bauarbeiten an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 (Archiv)
    © AP Photo / Bernd Wuestneck/dpa via AP
    Gleichzeitig werde die Antimonopolbehörde weiterhin sicherstellen, dass die Rechte europäischer Unternehmen auf dem russischen Markt strikt eingehalten werden, versicherte der FAS-Chef. Für 99 Prozent der aus dem Ausland importierten Waren würden keine Beschränkungen auferlegt, erklärte er. Heute hätten russische Unternehmen bei der Teilnahme an Auktionen 15 Prozent Präferenz. Sie könnten in einigen Fällen zunehmen oder abnehmen. Artemjew äußerte die Hoffnung, dass es keine Verwerfungen geben werde:

    „Wenn es in der schwierigen Situation, wo viele Länder ihre Märkte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie geschlossen haben, keine Verwerfungen gegeben hat, dann gibt es jetzt, mit einer Abschwächung der Situation, keine derartigen Bedenken.“

    Ein weiteres Problem betraf die Qualität der importierten Produkte. Artemjew wies darauf hin, dass einige ausländische Unternehmen ihre Waren auf dem russischen Markt und den Märkten anderer Länder als Original verkauften, das jedoch seinem westeuropäischen Pendant nicht entspreche. Es gebe bereits mehrere Verfahren nach Artikel 14 (unlauterer Wettbewerb), in denen ein Unternehmen freiwillig oder unfreiwillig seine Waren als Original ausgibt, was jedoch nicht der Fall sei, beispielsweise bei Schokolade. Die Schweizer Firma „Lindt“, der amerikanische Konzern Procter & Gamble und andere seien verwarnt worden.

    Artemjew wies darauf hin, dass es solche Fälle auch in der Europäischen Union gebe. Einige Länder würden sich an die Europäische Kommission wenden, um herauszufinden, warum die Waren im Herkunftsland von hoher Qualität sind und dabei in anderen Ländern, sogar in Europa, mit unvollständigen Technologien hergestellt werden.

    „Solche Angelegenheiten werden in Russland immer eine große Resonanz haben und ernsthafte Reputationsrisiken für das Unternehmen mit sich bringen“, sagte der FAS-Leiter.

    Er wies auch auf die wichtige Rolle des europäischen Geschäfts in der Zeit der Beschränkungen im Zusammenhang mit COVID-19 hin, insbesondere im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels.

    Der Übergang zum Online-Format während der Pandemie werde fortgesetzt, meint Igor Artemjew. Die Möglichkeit, verschiedene Probleme aus der Distanz anzugehen, sei eine gute Option, um Kosten von Unternehmen einzusparen, die in abgelegenen Regionen tätig seien. Beispielsweise sei es sehr teuer, von Wladiwostok nach Moskau zu fliegen, um Beschwerden zu prüfen und mehrere Tage dort zu verbringen, bis die Frage geklärt ist.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Paschinjan-Putin-Telefonat : „Eskalation in Bergkarabach muss verhindert werden“
    Lage in Bergkarabach spitzt sich zu: Moskau ruft zur Feuereinstellung und zu Verhandlungen auf
    Angezeigt, remonstriert, suspendiert! Polizist kämpft gegen Corona-Politik
    Tags:
    Assoziation der europäischen Geschäftstätigkeiten (AEB), Igor Artemjew, Wirtschaft, Russland, EU