15:15 29 Oktober 2020
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    Welche Fragen beim Kauf von Edelmetallen und bei Investitionen zu beachten sind, erklärt Finanz-Kenner und Goldmarkt-Analytiker Dimitri Speck. Im Sputnik-Interview nennt er Experten-Tipps und Anlagemöglichkeiten in der aktuellen Corona-Krise. Außerdem gibt er Hinweise, wie sich Anleger vor betrügerischen Maschen schützen können.

    Sputnik-Gesprächspartner Dimitri Speck ist Finanz- und Wirtschafts-Fachmann, Goldmarkt-Experte, Buchautor und Betreiber der Informations-Angebote „Seasonax.com“ sowie Chef-Analytiker bei „Sicheres Geld“. Der gleichnamige Börsenbrief informiert über aktuelle Vorgänge in der Welt der Finanzen und Edelmetalle und ist nach eigener Aussage „der konservativste in der Branche“. Er vertritt außerdem das Motto: „So schützen Sie Ihr Vermögen als kritischer Anleger.“

    Wie sichere ich in der Corona-Krise am besten meine Wertanlagen ab? Wovon können Anleger im Moment profitieren, worin kann investiert werden? Von welchen Anlageformen sollten die Finger gelassen werden? Diese und ähnliche Fragen beantwortete Finanz-Insider Speck, der laut eigenen Angaben auf „geballte Börsenerfahrung“ blicken kann, im Interview.

    „Die attraktivsten Geldanlagen sind Gold und Silber aus meiner Sicht auf Sicht der kommenden Jahre“, sagte er. „Kleinanlegern und gängigen Anlegern empfehle ich, darauf zu achten, Standard-Münzen (aus Edelmetall, Anm. d. Red.) zu kaufen. Physisch. Also beispielsweise 'Krügerrand' oder 'Mapleleaf'. Keine Medaillen bitte, man muss das Zeug ja auch wieder (leicht und unkompliziert, Anm. d. Red.) verkaufen können. Keine Anlage-Produkte mit irgendwelchen Zinsversprechen auswählen – es sind sehr viele Betrüger am Markt unterwegs –, ebenso keine Zertifikate. Auch wenn es da eine Ausnahme gibt.“

    Erst vor wenigen Tagen berichteten Medien in Hessen über einen dortigen Fall, wo gefälschte „Krügerrand“-Münzen, die normalerweise aus Gold sind, im Umlauf waren. In einem Pfandleihhaus in Kassel hat sich demnach der Betrüger für seine wertlosen Fälschungen fast 3.000 Euro auszahlen lassen. Doch das Ganze flog auf, dem Fälscher wird aktuell der Prozess gemacht.

    „Nicht auf jeden Cent achten“

    Interessenten, Käuferinnen und Käufern von Edelmetallen wie Gold und Silber empfahl Finanz-Experte Speck, diese Investition bei bekannten und seriösen Anbietern zu tätigen. Seriöse und führende Edelmetall-Anbieter am deutschen Markt sind beispielsweise „Pro Aurum“, „Kettner-Edelmetalle“ oder „Emporium Hamburg“, die auf Silbermünzen spezialisiert sind. 

    Sputnik sprach bereits im März zum Beginn der Krise in einem ausführlichen Exklusiv-Bericht mit „Degussa“ – einem der größten Gold- und Silber-Händler Deutschlands – und beantwortete dabei die Frage: „So kaufe ich Gold richtig“.

    „Beim Kauf nicht auf den letzten Cent achten“, empfahl Finanz-Experte Speck. „Einfach nur darauf, ob der Anbieter seriös ist. Bitte auch auf die Spanne von An- und Verkauf achten. Wenn man eine Unze Gold kauft, sollte diese Spanne ziemlich gering sein.“ Dies sei das wichtigste Kriterium, um beim Kauf keinen Verlust zu machen.

    Silber momentan lieber nicht – beim Gold-Kauf auf Wochentag achten

    Bei Silber, das generell immer eine attraktive Wertanlage sei, „haben wir leider aktuell das Problem für Kleinanleger, dass die Spanne zwischen An- und Verkauf sehr hoch ist.“ Zu einem späteren Zeitpunkt sei aber der Erwerb von Silber sicherlich immer „eine sehr gute Option“, wie Speck in einem früheren Sputnik-Interview Anfang dieser Woche betonte.

    Außerdem stehe bei Gold momentan „eine gute saisonale Phase an“, so der Gold-Experte:

    „Jetzt in der ersten Juli-Hälfte. Das begründet sich darin, dass Gold auch als Schmuckmetall stärker nachgefragt wird.“ Weiterhin wies er auf die wochentäglich bedingten Schwankungen am Goldmarkt hin. „Das sind so Sachen, die kann man einfach ausnutzen. Der Goldpreis steigt typischerweise sehr stark am Freitag im Mittel. Also kaufen Sie Gold bis Donnerstag.“

    Vorsicht bei „Gold“-Zertifikaten und Warnung vor Betrügern

    Generell rät der Finanz-Fachmann Kleinanlegern davon ab, in sogenannte Gold-ETFs zu investieren, also „Gold auf Papier“. Am Ende könne niemand garantieren, nicht einmal der Verkäufer, ob der Besitzer dieses Zertifikat am Ende zu einem Termin X auch wirklich gegen Edelmetall eintauschen kann. Allerdings gebe es zum Gold „eine Alternative, die gibt es nicht zu Silber“: Und das sei das „Xetra“-Gold, das in vielen Bankhäusern erworben werden kann.

    „Xetra ist das einzige Produkt, das so konstruiert ist: Hier hat man zwar ein Papier in der Hand – aber eben damit auch eine Garantie auf das hinterlegte physische Gold. Anders als andere Gold-Anlageprodukte hat dieses Produkt den weiteren Vorteil, dass nach zwölf Monaten Kursgewinne für deutsche Privatanleger steuerfrei sind. Und man muss sich nicht um die Lagerung kümmern. Aber: Sollte die Bank schließen, dann hat man das Xetra-Gold zwar noch in seinem Depot, wird auch irgendwann einmal rankommen können – vorerst aber erstmal nicht.“

    Unbedingt sollten Gold-Halter „auf die sichere Lagerung achten. Einbrecher kennen jedes Versteck. Da muss man echt aufpassen.“

    „Gold“-Barren aus Kupfer: Milliardenschwerer Betrug in China aufgeflogen

    Ebenso sollten Anleger bei Lagerstätten und Tresoren für die eigenen Gold- und Silber-Bestände „immer auf die Seriösität des Anbieters achten“, nannte Markt-Analytiker Speck einen letzten Tipp. Abschließend warnte er vor betrügerischen und teils kriminellen „Anbietern“ am Markt, die immer wieder mit faulen Methoden und Tricks ernsthaften Anlegern das Geld aus der Tasche ziehen wollen. „Gehen Sie einfach immer in renommierte Standard-Produkte. Meiden Sie Betrüger.“

    Das „Handelsblatt“ berichtete Anfang Juli von einem spektakulären Fall in Asien. Ein krimineller „Anbieter“ in China hatte Kredite in Milliardenhöhe gegenüber seinen Gläubigern mit betrügerischen Absichten und einer sehr kreativen „Sicherheit“ absichern wollen: Goldbarren – die allerdings aus Kupfer bestehen und nur mit einer dünnen Edelmetallschicht zur Tarnung überzogen sind.

    „Ein Goldhändler aus der Gegend um Wuhan steht chinesischen Medienberichten zufolge im Zentrum eines gewaltigen Betrugs mit Falschgold. (...) Über fünf Jahre hatte 'Kingold' umgerechnet mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar an Krediten bei lokalen Banken und Versicherungen eingesammelt (...) und hatte Goldbarren als Sicherheiten für die Kredite hinterlegt. Doch nun stellte sich (...) heraus: Die Barren bestanden überwiegend aus Kupfer und waren lediglich mit Gold überzogen. Mindestens 83 Tonnen falsches Gold.“

    Die geprellten Geldinstitute „bleiben nun auf Krediten in Höhe von 16 Milliarden Yuan (chinesische Nationalwährung, Anm. d. Red.), umgerechnet auf rund zwei Milliarden Euro, sitzen.“

    Das Radio-Interview mit Goldmarkt-Experte Dimitri Speck zum Nachhören:

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    Tags:
    Dimitri Speck, Gold