05:23 15 August 2020
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    Das libysche Staatsunternehmen National Oil Corporation (NOC) hat am Freitag nach eigenen Angaben den Force-Majeure-Zustand bei Ölexporten aufgehoben. Die durch den Stillstand verursachten technischen Probleme sollen die Produktion jedoch niedrig halten.

    Das erste Schiff, das beladen werde, sei die Kriti-Bastion, die vom Ölhafen Es Sider aus fahren soll.

    „Die Produktionssteigerung wird aufgrund der erheblichen Schäden an den Reservoirs und der Infrastruktur, die durch die am 17. Januar verhängte illegale Blockade verursacht wurden, viel Zeit in Anspruch nehmen“, heißt es in einer Mitteilung des Ölunternehmens.

    „Zusätzlich zu den Produktionsausfällen in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar, die wir als Nation erlitten haben, sieht sich das NOC mit enormen zusätzlichen Kosten konfrontiert, um die Schäden an der Infrastruktur zu beheben“, äußerte der NOC-Vorsitzende Eng Mustafa Sanalla. Die Kosten für die Reparatur des Pipeline-Netzes, der Oberflächenausrüstung sowie der Bohrlöcher würde sich auf Milliarden Dinar belaufen.

    Anfang dieser Woche hatte das NOC eine Prognose für die Ölproduktion im Lande veröffentlicht. Demnach soll aufgrund der Ölblockade die Ölförderung von 1,22 Millionen Barrel pro Tag Anfang dieses Jahres auf 650.000 Barrel pro Tag im Jahr 2022 sinken. Die Verluste durch die Blockade hätten bereits 6,5 Milliarden US-Dollar ausgemacht.

    Lage in Libyen

    Die meisten Ölfelder und Häfen in Libyen waren seit Januar wegen der Blockade von Öleinrichtungen geschlossen worden.

    Nach dem Sturz und der Ermordung des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi im Jahr 2011 hat Libyen praktisch aufgehört, als ein einheitlicher Staat zu existieren. Es gibt heute eine Doppelherrschaft im Land: Im Osten tagt das vom Volk gewählte Parlament und im Westen – in der Hauptstadt Tripolis – regiert die mit Unterstützung der Uno und der EU gebildete Nationale Einheitsregierung mit Fajis al-Sarradsch an der Spitze. Die Nationale Einheitsregierung wird von der Türkei unterstützt. Die Behörden des Ostteils des Landes agieren unabhängig von Tripolis und kooperieren mit der Libyschen Nationalarmee, die von Ägypten politisch unterstützt wird.

    asch/sna/ae

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    Tags:
    Unternehmen, Häfen, Ölexporte, Öl, Libyen