22:50 04 August 2020
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    Die Corona-Krise hat die Neu-Mitgliederzahl der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) im ersten Halbjahr 2020 nach oben schnellen lassen. Das spiegele das ungebrochen hohe Interesse deutscher Unternehmer an Russland wider, so AHK-Chef Matthias Schepp.

    Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer, mit über 900 Mitgliedern der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland und Lobbyvereinigung für deutsche Unternehmer in Russland wie russische Firmen in Deutschland gleichermaßen, verzeichnet in der Corona-Krise einen Neumitglieder-Boom.  

    Zur jüngsten Vorstandssitzung gingen 37 Mitgliedschaftsanträge ein – 85 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und der höchste Wert seit Gründung der Kammer im Jahr 2008.  Im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg die Zahl der Neumitglieder im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um 26 Prozent. 

    Hohes Firmeninteresse an Russland und ein „Anker der Stabilität“

    „Das spiegelt das ungebrochene Interesse deutscher Unternehmen an Russland wider“, so AHK-Vorstandschef Matthias Schepp. „Auch die Unsicherheit rund um das Coronavirus und seine wirtschaftlichen Folgen tragen zu dieser Steigerung bei. Krisenzeiten sind Kammerzeiten.“

    In Zeiten der globalen Pandemie mit drastischen Reisebeschränkungen und Unterbrechungen von Lieferketten haben sich die Anfragen an die AHK vervielfacht. „Insbesondere für mittelständische Familienunternehmen, die traditionell stark in Russland investieren, ist die AHK ein zuverlässiger Anker der Stabilität.“

    Investitionsniveau und Vorjahreslevel

    Trotz Anti-Corona-Maßnahmen, Sanktionen und lahmender Konjunktur vertraue die deutsche Wirtschaft dem russischen Markt:

    „Unsere Firmen verdienen im größten Flächenstaat der Erde nach wie vor gutes Geld, sehen Zukunftschancen und im Vergleich zu vielen anderen Weltregionen eine hohe Stabilität und Berechenbarkeit“, so Schepp.

    Die deutschen Netto-Direktinvestitionen in Russland beliefen sich im ersten Jahresquartal 2020 laut Deutscher Bundesbank auf 1,8 Milliarden Euro. Damit sind die Investitionen – 1,9 Milliarden Euro – auf fast demselben Niveau wie im ersten Quartal des Vorjahres.

    Dagegen hat die Russische Zentralbank im ersten Halbjahr 2020 eine starke Abnahme ausländischer Direktinvestitionen in den Nichtbankensektor der russischen Wirtschaft festgestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien diese um etwa 70 Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Dabei soll nach Expertenmeinung das nachlassende Interesse von Investoren nicht nur auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen sein, sondern auch auf die Ankündigung des Kreml, höhere Steuern auf Dividenden, also den Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an Aktionäre, ausschüttet, zu erheben, sofern diese aus Russland abgeführt würden.

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    Russlands Zentralbank, Bundesbank, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, Coronavirus