13:17 06 August 2020
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    Das deutsche Wirtschaftsministerium hat in einem auf der offiziellen Webseite der Behörde veröffentlichten Lagebericht die Folgen der Coronavirus-Pandemie für die Wirtschaft des Landes und die Aussichten für einen Rückkehr zum Wachstum eingeschätzt.

    Den wirtschaftlichen Einbruch im April bezeichnete das Amt am Montag als „beispiellos“ und „historisch einmalig“. Die Wirtschaftsexperten um den Freiburger Professor Lars Feld erwarten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Minus zwischen zehn und elf Prozent. Bereits im ersten Quartal war das BIP mit 2,2 Prozent so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise 2008/09 nicht mehr.

    Nach der Lockerung von Infektionsschutzmaßnahmen im In- und Ausland habe allerdings eine spürbare Erholung der deutschen Wirtschaft eingesetzt, so das Ministerium. Im Einzelhandel, in Teilen des Dienstleistungssektors sowie am Arbeitsmarkt nehme die Pandemie-bedingte Belastung ab.

    Der Aufholprozess der deutschen Wirtschaft sei zwar dynamisch, stehe aber erst am Anfang. Die Industrieproduktion habe sich im Mai erst bei etwa 75 Prozent des Niveaus vor Corona befunden; in der Kfz-Branche seien es nur knapp 50 Prozent gewesen. Erst ab dem dritten Quartal würden für das Bruttoinlandsprodukt wieder positive Raten zu verzeichnen sein.

    „Die im letzten Monat veröffentlichten Konjunkturindikatoren senden zwei Signale: die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem spürbaren Aufholprozess, die Kapazitäten sind aber noch stark unterausgelastet.“

    Allmähliche Erholung nach dem konjunkturellen Tiefpunkt im April

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe habe sich nach dem drastischen Einbruch in den beiden Vormonaten im Mai deutlich erholt. Saisonbereinigt stieg sie laut der Behörde gegenüber April um 7,8 Prozent. Der Zuwachs in der Industrie sei mit 10,3 Prozent besonders ausgeprägt. Der Bau habe einen vergleichsweise moderaten Anstieg in Höhe von 0,5 Prozent verzeichnet.

    Die Arbeitslosigkeit sei im Juni spürbar weniger stark als im April und Mai (ein Plus von 69.000 Personen gegen 372.000 bzw. 237.000 Personen) gestiegen. Nach den Ursprungszahlen (2,85 Millionen Personen) sei der Vorjahresstand aber weiterhin um 637.000 Personen überschritten worden. Durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit werde ein stärkerer Anstieg vermieden.

    Im Mai habe der Konsum auf Grund wieder geöffneter Geschäfte deutlich zugenommen. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz steigerten sich von April auf Mai um 13,9 Prozent. Insbesondere der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen habe um 173 Prozent zugenommen, unterschreite das Niveau aus dem Mai 2019 aber noch deutlich.

    Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) habe sich nur leicht verändert: von 1,2 Prozent im Mai auf 1,3 Prozent im Juni.

    mo/mt/rtr

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