04:35 15 August 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    6241
    Abonnieren

    Der südafrikanische Pharmaziekonzern Aspen will unter Druck der europäischen Wettbewerbshüter die Preise für sechs wichtige Krebsmedikamente deutlich senken. Das Angebot sehe einen durchschnittlichen Preisrückgang um 73 Prozent vor, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte.

    Nach Angaben einer Kommissionssprecherin sei das Angebot bereits im Oktober 2019 unterbreitet, zunächst aber nicht veröffentlicht worden. Nun will die Kommission durch eine Befragung klären, ob das Angebot des Unternehmens für Patienten und Gesundheitssysteme ausreichend ist.

    „Pharmaunternehmen bringen häufig innovative Arzneimittel auf den Markt, und das sollte sich für sie rentieren“, erklärte die zuständige EU-Vizekommissionspräsidentin Margrethe Vestager in Brüssel. Zuweilen nutzten sie jedoch auch ihre beherrschende Stellung, um die Preise für ältere, aber immer noch unentbehrliche Arzneimittel ohne triftigen Grund um mehrere hundert Prozent zu erhöhen.

    Prüfverfahren bereits 2017 eröffnet

    Die Kommission hatte bereits im Mai 2017 ein Prüfverfahren gegen Aspen eingeleitet. Damals ermittelten die Wettbewerbshüter, dass die Preise des Konzerns im Durchschnitt um fast 300 Prozent über den relevanten Kosten lagen.

    „Bei der Erhöhung der Preise, oftmals um mehrere hundert Prozent, nutzte Aspen aus, dass es für die Patienten und Ärzte zumeist keine Alternative zu seinen Krebsmedikamenten gab“, hieß es damals von der EU-Kommission.

    Betroffen waren etwa die Arzneimittel Alkeran, Leukeran und Purinethol. Laut Kommission stellt das Verhalten von Aspen möglicherweise einen verbotenen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung dar.

    Der Europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte das Engagement der EU-Kommission.

    „Die Verpflichtungen zeigen, dass hohe Preise für patentfreie Arzneimittel ungerechtfertigt sind und keinen Platz in der EU haben“, erklärte Geschäftsführerin Monique Goyens.

    Preise in schwindelerregender Höhe gefährden ihr zufolge das Leben von Patienten und fügen den Gesundheitssystemen ernsthaften finanziellen Schaden zu.

    pd/mt/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Spahn kauft sich mit Ehemann für 4 Mio Euro Villa in Berlin
    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    „Den USA klare Kante zeigen“: Energieminister Pegel zu Sanktionen um Nord Stream 2 - Exklusiv
    Tags:
    Krebs, Konzern, Medikamente, Preise, EU-Kommission