00:38 30 November 2020
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    Laut der neusten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist der Reichtum in Deutschland ungleicher verteilt, als man bisher angenommen hat.

    Demnach besitzen die oberen zehn Prozent gut zwei Drittel des Nettovermögens, wobei man zuvor von knapp 59 Prozent ausgegangen sei.

    „Allein das reichste Prozent der Bevölkerung vereint rund 35 (statt knapp 22 Prozent) des Vermögens auf sich“, teilten die Experten mit.

    Der Studie zufolge haben rund 1,5 Prozent der erwachsenen Bürger in Deutschland abzüglich Schulden ein Nettovermögen von mindestens einer Million Euro. Nach Angaben der Forscher trägt dazu in erster Linie der Besitz von nicht selbst genutzten Immobilien oder von Unternehmen bei.

    Die Studie erfasst das Vermögen von Personen ab 17 Jahren in Deutschland. Dazu zählen unter anderem Immobilienbesitz, Betriebsvermögen, Sparguthaben, Aktien, Ansprüche aus Lebens- und privaten Rentenversicherungen, wertvolle Sammlungen.

    Die Forscher stellten auch fest, dass es sich bei den Reichen vorwiegend um ältere, gut ausgebildete Männer handelt, die zufriedener als die anderen mit ihrem Leben seien. Dabei sei der Anteil der Frauen mit gut 30 Prozent relativ gering.

    Der Autor der Studie, Markus Grabka, regte auch eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge an, um den Vermögensaufbau breiter Teile der Bevölkerung zu unterstützen. Konkret schlug er die Einführung von Vermögenskonten vor, in die der Staat für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten einzahlt und auf die Betroffene ab einem bestimmten Alter zugreifen könnten.

    Allerdings sprachen sich die Forscher gegen eine Rückkehr zur Vermögenssteuer aus. Laut Experten stecke das Vermögen vieler Reicher hauptsächlich in Betrieben oder nicht genutzten Immobilien. Mehr als die Hälfte der individuellen Vermögen von Millionären werde so produktiv genutzt und komme damit auch anderen Menschen und der Volkswirtschaft insgesamt zugute.

    ac/mt/dpa

     

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    Tags:
    Deutschland, Vermögensverteilung, Vermögen, Reichtum, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Studie