00:39 30 November 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    5732530
    Abonnieren

    Russland könnte in der näheren Zukunft die eingeschränkten Weizenexporte als „politische Waffe“ nutzen, was laut der US-Zeitschrift „National Interest“ besorgniserregend ist.

    Wie der Autor des Artikels vorrechnet, kann Russland bis 2028 20 Prozent der weltweiten Getreideexporte unter Kontrolle nehmen und aufgrund der globalen Erwärmung zu einer noch mächtigeren „Getreidemacht“ werden.

    Der Klimawandel könnte zusammen mit einer Zunahme des Ackerlandes, so das Blatt, auch negative Folgen haben, einschließlich Waldbrände und Dürren, die wahrscheinlich nicht nur häufiger, sondern auch schwerwiegender würden.

    Andererseits könne die globale Erwärmung auch die Abhängigkeit anderer Staaten von russischen Lieferungen erhöhen. Die negativen Folgen des Klimawandels in Russland würden die Importeure seines Weizens anfällig machen, schreibt die Zeitung.

    Säen im russischen Gebiet Krasnodar
    © Sputnik / Ilya Naimuschin

    Darüber hinaus erinnerte der Autor des Artikels an die Getreideexportquote aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Nach seiner Einschätzung mussten die Importeure, insbesondere die Türkei, Ägypten und Bangladesch, in Eile nach Quellen suchen, um ihre Getreidereserven zu füllen.

    Die Ernährungssicherheit sollte für die Regierungen Priorität haben, so die Zeitschrift.  Es wird unter anderem betont, dass Russland auch bei der Einführung der Weizenexportquote im Jahr 2010 aufgrund der Dürre erhebliche Getreidereserven hatte. In diesem Jahr sehe die Situation ähnlich aus. Vor zehn Jahren habe diese Maßnahme aber weltweit zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise geführt, schreibt der Autor des Artikels.

    „Noch besorgniserregender als die Begrenzung der russischen Exporte während der Krise ist die Möglichkeit, die Begrenzung russischen Exporte als politisches Druckmittel zu nutzen. Russland kann Weizenexporte zu einer Waffe machen, um Druck auf Länder auszuüben, in denen die durch den Klimawandel verursachte Ernährungsunsicherheit ihnen keine Wahl lässt“, heißt es in dem Artikel.

    Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr hat Russland zum ersten Mal seit 2010 die Getreideexporte auf den Weltmarkt ausgesetzt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums war die für den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni eingeführte nichttarifäre Quote für Getreideexporte bis zum 26. April von den Erzeugern vollständig ausgeschöpft worden. Die Behörde begründete die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, um den internen Bedarf des Landes an Getreide und seinen verarbeiteten Produkten zu decken. Gleichzeitig werden die Beschränkungen nach Angaben des Ministeriums keine Auswirkungen auf die Umsetzung staatlicher Programme sowie der Exportindikatoren im Jahr 2020 haben.

    sm/ae
     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russlands Verteidigungsminister zu AKKs „Position der Stärke“ – „Auftritt eines Grundschulmädchens“
    Feuerball rast am Himmel über West-Japan hinweg - Video
    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Europa als „Gaskammer von Soros”: Ungarischer Museumsleiter nennt Polen und Ungarn „die neuen Juden”
    Tags:
    Export, Quoten, Verbot, Getreide