05:45 04 August 2020
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    Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat offenbar die Absicht, in Deutschland Stellen zu streichen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag unter Verweis auf das Unternehmen.

    Grund für die Maßnahme sei Streit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) über Gehaltskürzungen in der Corona-Krise. Da die VC eine Vereinbarung dazu mit knapper Mehrheit abgelehnt habe, sollten Standorte geschlossen werden.

    „Die VC hat für Stellenstreichungen und Basisschließungen gestimmt, dabei hätte sie alle Jobs sichern können“, zitiert die Agentur den Personalchef von Ryanair, Shane Carty.

    Es sei bizarr, dass die Gewerkschaft gegen den von ihr selbst geschlossenen Deal Stimmung gemacht habe.

    Die VC erklärte, der Gewerkschaftsvorstand betrachte die Vereinbarung als unzureichend. Denn eine Beschäftigungszusage reiche nur bis März 2021, während drastische Gehaltseinbußen bis 2024 gelten sollten.

    Der Gewerkschaft zufolge sind mehr als 170 Pilotinnen und Piloten betroffen. Ryanair kündigte an, die Basis am Flughafen Hahn nahe Frankfurt werde zum 1. November geschlossen. Die dort stationierten Beschäftigten sollten noch in dieser Woche Kündigungen erhalten. Vor dem Winter könnten auch die Stützpunkte in Berlin Tegel und Düsseldorf zumachen. Weitere Cockpit-Beschäftigte in Frankfurt, Köln und Berlin sollen folgen.

    „Wir müssen mit alternativen Maßnahmen zu Einsparungen weitermachen, die Schließung von Basen und Kündigungen bedeuten“, hieß es laut Reuters in einer Information der Airline an die Piloten in Deutschland.

    Krisenvereinbarung bei Ryanair-Tochter

    Die VC hatte zuvor mitgeteilt, die bei der Ryanair-Tochter Malta Air beschäftigten Piloten aus Deutschland hätten nur zu 49,4 Prozent für die Krisenvereinbarung gestimmt. Der Arbeitgeber hätte nur sporadisch Gespräche geführt und Nachverhandlungen abgelehnt. Ryanair plane zugleich Neueinstellungen zu noch schlechteren Bedingungen.

    Ryanair erklärte, der wegen der schweren Luftfahrtkrise notwendige Sparplan sehe 20 Prozent weniger Gehalt über vier Jahre vor. Einer solchen Regel hätten bereits 70 Prozent der Flugzeugführer im Ryanair-Netzwerk zugestimmt. Die Airline warf der Gewerkschaft vor, an dem knapp ausgegangenen Votum hätten auch Piloten teilgenommen, die nicht mehr bei Malta Air angestellt wären oder nicht in Deutschland stationiert wären. Eine Zahl zu den geplanten Kündigungen nannte Ryanair nicht, warnt aber, es könnten noch mehr werden bei einer zweiten Corona-Welle.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 14,7 Millionen Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 611.599 Todesopfer registriert.

    Alle Fluggesellschaften sind vom Einbruch des Luftverkehrs durch die Pandemie hart getroffen und bauen massiv Arbeitsplätze ab.

    mo/mt/rtr

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