05:41 15 August 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    3236
    Abonnieren

    Wegen mutmaßlichen Abgasbetrugs ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main bei Marken von dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler und dem Schwesterkonzern CNH Industrial, so die Behörde am Mittwoch. Objekte in Deutschland, Italien und der Schweiz wurden durchsucht.

    Betroffen seien die Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco. Mehr als 200.000 Fahrzeuge seien wegen des Verdachts illegaler Abschalteinrichtungen von der Stilllegung bedroht.

    Die Staatsanwaltschaft hegt eigenen Angaben zufolge den Verdacht, dass in einer Reihe von Pkws und Nutzfahrzeugen Dieselmotoren mit Abschalteinrichtungen verbaut wurden, um bei Abgastests die Stickoxidwerte zu manipulieren. Die Ermittlungen hätten den Zeitraum von 2014 bis 2019 umfasst.

    Nach Angaben einer Behördensprecherin werden neun Personen, die in Italien leben, des Betrugs beschuldigt. Durchsucht worden seien Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, in der italienischen Region Piemont sowie im Schweizer Kanton Thurgau. Käufer der betroffenen Fahrzeuge würden aufgerufen, sich als Zeugen bei der Polizei zu melden.

    Fiat Chrysler erklärte, das Unternehmen arbeite uneingeschränkt mit den Ermittlern zusammen. CNH Industrial wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

    Fusion zwischen Fiat und Peugeot

    Fiat Chrysler und sein französischer Rivale Peugeot wollten sich bis Anfang kommenden Jahres zusammenschließen. Die EU-Wettbewerbshüter schoben die vertiefte Prüfung des geplanten Zusammenschlusses des italienisch-amerikanischen Autobauers Fiat Chrysler mit seinem französischen Rivalen Peugeot auf, weil die Parteien nicht rechtzeitig wichtige Informationen bereitgestellt hätten, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

    Die Kommission untersucht demnach, ob das Abkommen zur Schaffung des viertgrößten Automobilherstellers der Welt den Wettbewerb bei Kleintransportern in 14 EU-Ländern und in Großbritannien beeinträchtigen wird.

    „Dieselgate“

    Wegen massenhafter Diesel-Abgasmanipulation gerieten in Deutschland unter anderem der Volkswagen-Konzern und seine Tochter Audi ins Visier der Strafverfolger. Die Volkswagen AG hatte im September 2015 auf Druck der amerikanischen Behörden zugegeben, die Abgas-Software bestimmter Dieselmotoren so eingestellt zu haben, dass im tatsächlichen Betrieb auf der Straße deutlich mehr giftige Stickoxide (NOx) ausgestoßen wurden als in Schadstofftests.

    Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen entsprechender Verdachtsmomente auch beim japanischen Autohersteller Mitsubishi.

    mo/mt/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Spahn kauft sich mit Ehemann für 4 Mio Euro Villa in Berlin
    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    „Den USA klare Kante zeigen“: Energieminister Pegel zu Sanktionen um Nord Stream 2 - Exklusiv
    Tags:
    Deutschland