17:38 28 Oktober 2020
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    Die deutsche Wirtschaft in Russland hat mit Nachdruck eine Öffnung der seit 30. März geschlossenen Grenzen und eine Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs gefordert.

    Die Beschränkungen führten bei vielen Unternehmen zu großen Schwierigkeiten und laut einer aktuelle Umfrage zu Verlusten in Milliardenhöhe, so der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schep.

    „Der freie Reiseverkehr von Managern und Technikern wird wie ein zweites Konjunkturprogramm wirken und dringend nötiges Wirtschaftswachstum schaffen.“

    Sonderflug nach Russland

    In der Nacht zum Donnerstag gab es den inzwischen vierten Lufthansa-Sonderflug aus Frankfurt nach Moskau mit mehr als 150 Experten und Top-Managern, darunter von Konzernen wie BMW und Bosch. Seit dem ersten Flug stieg die Zahl der Rückkehrer damit auf 450.

    „Wir danken der russischen Regierung, dass sie ein weiteres Mal die Einreise wichtiger Spitzenkräfte ermöglicht hat“, erklärte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp. 

    „Nötig ist jetzt aber eine weitere Lockerung.“

    Die AHK fordert in diesem Zusammenhang, die zweiwöchige Pflichtquarantäne in Russland abzuschaffen und sie durch Corona-Tests zu ersetzen, die die Länder gegenseitig anerkennen müssten.

    Nötig seien aber reguläre Verbindungen, damit Beziehungen auf allen Ebenen funktionierten, sagte Schepp. Eine Öffnung der Grenzen ist bisher nicht absehbar. Deutschland und die EU stufen Russland wegen der Corona-Krise als Risikoland ein.

    „Wir fordern auch die russische Regierung auf, die Ausstellung von Arbeitsvisa wieder in vollem Umfang aufzunehmen, damit ausländische Manager ihre wichtigen Funktionen hier in Russland vor Ort wieder wahrnehmen können“, sagte Schepp.

    Russland hatte Ende März im Kampf gegen die Corona-Pandemie seine Grenzen geschlossen. Es gab einzelne Rückkehrflüge für russische Bürger aus dem Ausland. Darüber hinaus erfolgen derzeit Güter-, Post-, sanitäre und humanitäre Flüge.  

    ak/dpa/sb

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    Tags:
    Grenzen, Deutschland, Russland, Matthias Schepp, AHK