07:57 09 August 2020
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    Der im Bau befindliche Abschnitt der Gaspipeline Nord Stream 2 fällt nicht unter saisonbedingte Einschränkungen für die Bauarbeiten, die auf die Laichzeit der Dorsche zurückzuführen sind. Das teilte der Pressedienst der Nord Stream 2 AG, die die Pipeline betreibt, am Montag mit.

    Die Einschränkungen gelten demnach im Raum des Laichens der Dorsche von Juli bis August. Sie breiteten sich auf die Bauarbeiten im Bornholmbecken im südwestlichen Teil der Ostsee aus.  

    „Über diese Sperrzone für Fischfang sind die Rohre bereits verlegt worden. Was den restlichen Abschnitt der Gaspipeline in der dänischen Sonderwirtschaftszone anbelangt, gibt es keine saisonbedingten Einschränkungen“, so der Betreiber.     

    Wie der Leiter des Pressedienstes der Dänischen Energieagentur (DEA), Toure Falbe-Hansen, bestätigte, werde sich die Laichzeit der Dorsche nicht auf den Bau von Nord Stream 2 auswirken.
    Laut der Nord Stream 2 AG waren die Arbeiten in der oben genannten Sperrzone noch im Dezember 2019 zu Ende gegangen.  

    Zuvor hatte der Radiosender „NDR“ mitgeteilt, dass russische Rohrleger seit zwei Wochen die Verlegung der letzten 120 Kilometer der Gasleitung Nord Stream 2 durch dänische Gewässer nicht aufnehmen könnten. Als Grund wurde die Laichzeit der Dorsche genannt.

    Wie es weiter hieß, gilt das Seegebiet als Laichplatz. Aus Naturschutzgründen hätten die dänischen Behörden alle Bauarbeiten bis Ende September verboten.

    Nord Stream 2 

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Pipelinesträngen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland vor. Der russische Staatskonzern Gazprom ist mit 50 Prozent beteiligt. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie. Die USA wollen das Projekt verhindern, weil es mit ihrem Flüssigerdgas konkurriert.

    Der Bau der Pipeline wurde Ende vorigen Jahres gestoppt, nachdem die USA ihren Verteidigungshaushalt mit Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen verabschiedet hatten. Daraufhin stieg das Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung beauftragt war, aus dem Projekt aus.

    Im Gegenzug zeigte sich Russland bereit, den Bau mit Einsatz des Gazprom-Rohrverlegers „Akademik Cherskiy“ (auch Akademik Tscherski) abzuschließen. Am 9. Mai war das Verlegeschiff „Akademik Cherskiy“, das im Februar seinen langfristigen Standort verlassen hatte, im deutschen Hafen Mukran auf der Insel Rügen eingetroffen.

    Da im Seegebiet (südöstlich der Insel Bornholm durch dänische Gewässer), wo Arbeiten erfolgen, nach dem Zweiten Weltkrieg viele Minen und Munition versenkt wurden, brauchte Russland eine Genehmigung, denn sein Schiff wird mit Hilfe von Ankern positioniert. Anfang Juli erteilte Kopenhagen laut Medienberichten die entsprechende Genehmigung dazu.

    Neue US-Sanktionen gegen Gaspipeline  

    Am Donnerstag hat der US-Senat den Verteidigungshaushalt für kommendes Jahr (beginnt am 1. Oktober) bewilligt, der unter anderem eine Verschärfung der Sanktionen gegen die Gasleitungen Nord Stream 2 vorsieht.

    Die neuen Sanktionen gelten für alle am Bau beteiligten Schiffe, für diejenigen Unternehmen, die die Bereitstellung dieser Schiffe fördern, ihnen Versicherungs- und Hafendienste anbieten, sowie für diejenigen, die eine Zertifizierung für die Inbetriebnahme der Gasleitung vorlegen.
    ns/sna/ae

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Rohrleger "Akademik Cherskiy", Dorsche, Verschiebung, Bauarbeiten, Sanktionen, Nord Stream 2, USA, Dänemark, Deutschland, Russland