16:00 21 September 2020
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    Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust verbucht. Es handelt sich um ein Minus von 1,5 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Donnerstag in Frankfurt mit.

    Dabei war der operative Verlust (bereinigtes Ebit) noch höher – dieser betrug etwa 1,7 Milliarden Euro. Dass die Lage nicht schlimmer wurde, ist das Verdienst der Frachttochter des Unternehmens Lufthansa Cargo, die ein Rekordergebnis zeigte. Sie zog Gewinn aus der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen. 

    Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht davon aus, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 ein Vorkrisenniveau erreichen soll. In der ersten Linie auf den Langstreckenverbindungen werde es keine schnelle Erholung geben, sagte er. 

    Die Anti-Krisen-Maßnahmen des Unternehmens sollen daher die Senkung um 15 Prozent seiner Kosten bis 2023, die Reduzierung der Flotte um zumindest 100 Flugzeuge und der Abbau von 22.000 Vollzeitstellen sein. Die Lufthansa hat bereits bis Ende Juni die Zahl ihrer Angestellten im Vergleich zum Vorjahr um 8300 gesenkt. 

    Der Konzern teilte mit, der Plan, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, sei angesichts der Entwicklungen im weltweiten Luftverkehr und der Verhandlungen mit den Gewerkschaften auch für Deutschland nicht mehr realistisch. 

    „Wir erleben eine Zäsur des globalen Luftverkehrs“, betonte Spohr in dieser Hinsicht.  

    Rettungspaket für Lufthansa 

    Ende Juni hatte die Europäische Kommission das Lufthansa-Rettungspaket genehmigt. Der Rettungsplan sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft aufzubauen. Zudem sind stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro sowie ein Kredit in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro geplant. 

    ao/sb/dpa

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    Coronavirus, Verluste, Carsten Spohr, Lufthansa, Deutschland