05:12 21 September 2020
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    Rund drei Milliarden Euro erhält „Tui“ von der Bundesregierung in der Corona-Krise. Dennoch wird das Reise-Unternehmen etwa 8.000 Jobs streichen. Außerdem kritisiert das Reise-Unternehmen die aktuelle Reisewarnung vom Auswärtigen Amt für die spanische Insel Mallorca.

    Der deutsche Reise- und Tourismus-Konzern „Tui“ mit Sitz in Hannover und Berlin kritisiert laut Medienberichten die am Freitag von der Bundesregierung verhängte Reisewarnung für die spanische Insel Mallorca. Die bei deutschen Urlaubern sehr beliebte Ferieninsel und das gesamte Festland Spaniens bleibe weiterhin „ein Risikogebiet“, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ende vergangener Woche. „Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich“, sagte er.

    „Wir bedauern, dass Deutschland nun eine Reisewarnung für ganz Mallorca ausgesprochen hat“, gab der zuständige „Tui“-Manager Thomas Ellerbeck laut „Rheinischer Post“ am Montag bekannt. Eine regionale Reisewarnung, etwa für Orte wie Palma de Mallorca, wo erhöhte Fallzahlen festgestellt worden seien, wäre die bessere Wahl gewesen.

    Die Mehrheit der Urlauber verhielte sich „sehr verantwortungsvoll“ und würde die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus befolgen, betonte der Sprecher des Tourismus-Unternehmens.

    Die pauschale Warnung des Auswärtigen Amts für die spanische Urlaubsinsel sei fragwürdig, weil große Teile der Insel von der Pandemie nur minimal betroffen seien. Es habe „in keinem Hotel der ‚Tui‘ auf Mallorca einen Vorfall gegeben“, berichtete die „Tagesschau“ am Montagvormittag. „Der Konzern und auch der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärten, sie hofften auf ein baldiges Ende der Reisewarnung.“

    Das Unternehmen reagierte demnach „unmittelbar und sagte bis einschließlich 24. August alle geplanten Pauschalreisen auf das spanische Festland und die Balearen ab.“ Gleichzeitig biete „Tui“ betroffenen Kunden Umbuchungen zu anderen Reisezielen an.

    „Nach der Einstufung als Corona-Risikogebiet hatte das Auswärtige Amt am Freitag eine offizielle Reisewarnung für das spanische Festland und Balearen-Inseln wie Ibiza und Mallorca herausgegeben. Auf den beliebten Ferieninseln der Deutschen sei besonders Palma stark von der Corona-Pandemie betroffen, teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit.“

    Währenddessen melden weitere Medienberichte, dass das Unternehmen wohl über 8.000 Stellen streichen werde.

    „Harte Zeiten in der Gute-Laune-Branche: Wegen des Tourismus-Einbruchs setzt der weltgrößte Reisekonzern ‚Tui‘ den Rotstift an und streicht rund jede zehnte Stelle.“ Die harten Personaleinschnitte müsse der Konzern trotz staatlicher Corona-Hilfskredite in Milliardenhöhe durchführen, so das Reiseunternehmen. Erst kürzlich hatte „Tui“ bei der staatlichen Förderbank KfW einen Kredit von über 1,8 Milliarden Euro zur Überbrückung der Krise beantragt. Am vergangenen Donnerstag berichtete das Magazin „Focus“ von einem weiteren „zusätzlichen Stabilisierungspaket über 1,2 Milliarden Euro“, das Bundesregierung und „Tui“ vereinbart hätten.

    Die Corona-Krise setze dem Reise-Konzern schwer zu. Laut Medien brach allein zwischen April und Juni der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr „um 98,5 Prozent auf knapp 72 Millionen Euro ein. Der Konzernverlust lag bei 1,45 Milliarden Euro. Trotz eingeleiteter Kostensenkungen summierte sich der Verlust (…) in den ersten neun Monaten des (…) Geschäftsjahres 2019/20 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Aus diesem Grund erhöhte der Bund die Staatshilfen von 1,8 Milliarden Euro um weitere 1,2 Milliarden Euro.“

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    Tags:
    Auswärtiges Amt, Coronavirus, Tourismus