10:25 04 Dezember 2020
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    Der US-amerikanische Soft- und Hardwarehersteller Oracle hat Vorgespräche mit dem chinesischen Internet-Technologie-Unternehmen ByteDance über den Kauf des Videoportals TikTok geführt. Dies berichtet die Zeitung „The Financial Times“ am Dienstag unter Verweis auf Quellen, die mit dem Thema vertraut sein sollen.

    Nun soll Oracle ernsthaft in Erwägung ziehen, den Betrieb der App in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu übernehmen, hieß es.

    Das US-Unternehmen arbeite mit einer Gruppe von US-Investoren zusammen, die bereits einen Anteil an ByteDance besitzen, darunter General Atlantic und Sequoia Capital.

    Seitdem das chinesische Unternehmen Anfang August bekannt gegeben habe, dass es Gespräche geführt habe, um einen Kauf der US-amerikanischen, kanadischen, australischen und neuseeländischen Geschäftsbereiche der App zu prüfen, habe der Hard- und Softwareentwickler Microsoft als der Hauptanwärter für den Kauf von TikTok gegolten.

    Laut informierten Quellen der Zeitung soll Microsoft unter anderem auch ein Angebot für die Übernahme der weltweiten Aktivitäten von TikTok in Erwägung gezogen haben. Besonders sei Microsoft am Kauf von TikTok in Europa und Indien interessiert, wo die Video-App von Narendra Modi, dem indischen Premierminister, verboten wurde.

    Der Internetkonzern Twitter habe zwar auch Gespräche mit TikTok geführt, es gebe jedoch ernsthafte Bedenken hinsichtlich seines Vermögens, das Geschäft zu finanzieren.

    Die Zeitung verweist darauf, dass der Oracle-Mitgründer Larry Ellison einer der wenigen Menschen im Silicon Valley ist, die Trump offen unterstützt haben: Im Februar habe der 76-jährige Milliardär und Unternehmer auf seinem Anwesen in Coachella Valley, Kalifornien, eine Spendenaktion für den US-Präsidenten veranstaltet.

    Der Eintritt von Oracle in das Rennen könnte nach Ansicht einer der Quellen der Zeitung ByteDance eine glaubwürdige Alternative zu Microsofts Angebot verschaffen.

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump versprochen, die Anwendung für Kurzvideos abzuschalten, wenn sie nicht bis Mitte November von einer US-Firma übernommen wird. Laut Trumps Anordnung muss ByteDance sich binnen drei Monaten von allen Nutzerdaten in den Vereinigten Staaten trennen. Zudem dürfe die chinesische Firma in den USA kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von TikTok genutzt werde.

    Am 6. August hatte Trump zwei Exekutivdekrete unterzeichnet, die jegliche Transaktionen mit den chinesischen Internet-Unternehmen ByteDance und Tencent aus Sicherheitsgründen verbieten. Die letztere Firma hatte den Chat-Dienst WeChat entwickelt. Nach Washingtons Ansicht gefährden die beiden Apps, sowohl TikTok als auch WeChat, „die nationale Sicherheit, die Außenpolitik und die Wirtschaft der USA“.

    asch/ae

     

     

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    Tags:
    Übernahme, Gespräche, Plattform TikTok, Unternehmen, USA