17:09 18 September 2020
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    Der Anteil der Öl- und Gaseinnahmen am russischen Haushalt, der als Hauptindikator für die Energieträgerabhängigkeit der russischen Wirtschaft gilt, hat im ersten Halbjahr 2020 laut einem operativen Bericht des russischen Rechnungshofes über die Umsetzung des Staatshaushalts weniger als ein Drittel aller Einnahmen der Staatskasse betragen.

    Demnach beläuft sich dieser Anteil auf 29,3 Prozent und ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 13,9 Prozentpunkte zurückgegangen.

    Aufs Jahr gerechnet, verringerte sich der Anteil der Einnahmen aus dem Öl- und Gashaushalt in der gesamten Volkswirtschaft im ersten Halbjahr um 1,5 Prozentpunkte bis auf 2,3 Prozent des BIP.

    Als Öl- und Gaseinnahmen betrachtet Russlands Finanzministerium die Einnahmen aus der Mineralgewinnungssteuer auf Öl und Gas, aus den Ausfuhrzöllen auf Energieträger sowie der Steuer auf zusätzliche Einnahmen aus der Gewinnung von Kohlenwasserstoffrohstoffen, die in bestimmten Bereichen erhoben wird.

    Seit 2005 schwankte der Anteil dieser Einnahmen am russischen Haushalt zwischen 36 und 51 Prozent. Das Finanzministerium hatte eine Reduzierung in den kommenden Jahren prognostiziert, jedoch nicht in einem solchen Tempo: Nach dem derzeitigen Dreijahres-Haushaltsgesetz werden die Öl- und Gaseinnahmen bis Ende 2022 mehr als ein Drittel der Einnahmen aus dem Finanzministerium ausmachen.

    Es wird angemerkt, dass der Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen unter anderem auf einen Rückgang der Einnahmen aus den Exportzöllen auf Öl, Gas und Ölprodukte um 53,6 Prozent sowie den Rückgang der Einnahmen aus der Mineralgewinnungssteuer auf Bodenschätze in Form von Kohlenwasserstoffen um 36,4 Prozent zurückzuführen sei.

    Der Indikator ging hauptsächlich aufgrund des Rückgangs des durchschnittlichen Ölpreises, und des Rückgangs des Gasexportvolumens zurück, was sowohl durch die Wetterbedingungen als auch durch den Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in den europäischen Ländern im ersten Halbjahr 2020 vor dem Hintergrund epidemiologischer Maßnahmen verursacht wurde.

    Der durchschnittliche Ölpreis von Dezember 2019 bis Mai 2020 betrug 43,1 USD pro Barrel gegenüber 65,2 USD im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das sogenannte „Steuermanöver“ im Ölsektor - die schrittweise Erhöhung des Abfindungssteuersatzes und die Senkung der Ausfuhrabgabe auf Öl bei gleichzeitiger Einführung einer Verbrauchsteuer auf Rohöl, die die Kosten der Ölunternehmen für die Versorgung des Inlandsmarktes mit Kraftstoff kompensiert - spielte eine positive Rolle für den Haushalt.

    Die Dämpfungskomponente der Verbrauchssteuer nahm im Zeitraum von Januar bis Juni 2020 aufgrund des Ölpreisverfalls positive Werte an, weshalb das Budget im ersten Halbjahr zusätzliche 53,8 Milliarden Rubel (etwa 617 Millionen Euro) erhielt.

    sm/gs

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    Tags:
    Bericht, Haushalt, Gas, Öl