15:48 19 September 2020
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    Ein Fraktionssprecher hat am Rande der Klausurtagung der CDU/CSU-Abgeordneten in Berlin Details über den Deutschland-Besuch des Generaldirektors des US-Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, bekanntgegeben.

    Am Montag trifft sich demzufolge der Tesla-Chef mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Gesundheitsminister Jens Spahn und Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus.

    Ein Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel sei nicht geplant, hieß es. Über die Themen der Gespräche wurde zunächst Stillschweigen gewahrt.

    Deutschlands Energiebranche im Visier

    Der E-Auto-Pionier will nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters den Energiemarkt in Deutschland entern. Der Konzern lotet demnach aus, ob die Kunden Interesse an einem neuen Stromtarif aus dem Hause Tesla haben könnten und bringt hierzu seine Batterie-, Solar- und Speichertechnik ins Spiel.

    Es handelt sich dabei um die Powerwall, eine Batterieanlage, mit der sich Solarstrom speichern lässt. Das Unternehmen sicherte sich im Juni eine Handelslizenz an der Pariser Energiebörse EPEX, die zwei Drittel des nordwesteuropäischen Kurzfriststrommarktes abdeckt.

    Teslas Interesse an Erneuerbarer Energie sei auch ein Grund dafür, dass der Konzern Brandenburg als Standort für seine neue Autofabrik gewählt hat, zitiert die Agentur einen Insider Reuters. Zahlreiche Windräder in Brandenburg produzieren oftmals mehr Strom als benötigt werde. Tesla könnte mit seinen Batterien für Autos und für zu Hause und seiner Software aus dem überschüssigen Strom ein Geschäft machen.

    Mehr Druck auf deutsche Autobauer durch Kontrolle über Ladung

    Die Firma könnte die Kontrolle über die Ladezeiten der E-Autos von Kunden übernehmen und würde dann zum Aufladen Ökostrom zu Überschusszeiten beispielsweise nachts günstig einkaufen, so Reuters unter Berufung auf Branchen-Experten.

    Mit Hilfe der Erlöse aus dem Stromverkauf könnte Tesla die Preise für seine Fahrzeuge senken und damit den Druck auf Autobauer wie Volkswagen, Audi, Daimler, BMW oder Porsche erhöhen.

    Experten warnten jedoch, dass es noch ein weiter Weg sei, bis das kalifornische Unternehmen ein großer Stromanbieter in Deutschland werde. Tesla würde wahrscheinlich einen kompetenten Partner aus der Energiebranche brauchen, um in den deutschen Stromvertrieb einzusteigen.

    Tesla-Fabrik bei Berlin

    Der US-Elektroautobauer plant eine riesige Fabrik im Umland von Berlin. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zufolge werden in Grünheide im Sommer 2021 die ersten Autos vom Band rollen und in der letzten Ausbaustufe dann 12.000 Beschäftigte arbeiten.

    mo/mt/rtr

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