16:27 29 Oktober 2020
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    Das russische Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ hat Kurs auf den deutschen Hafen Mukran, eine logistische Basis für das Projekt Nord Stream 2, genommen, berichtete das Schiffsüberwachungssystem Marinetraffic.

    Der Hafen Mukran ist im Automatischen Identifikationssystem AIS als Bestimmungsort erfasst. Die „Iwan Sidorenko“ ist am Dienstag, dem 15. September, aus dem Hafen von St. Petersburg mit Kurs auf Mukran ausgelaufen und soll am 17. September dort eintreffen.

    Das Ende 2019 verabschiedete US-Militärbudget sieht Sanktionen gegen Unternehmen vor, die an der Verlegung der Nordseepipeline Nord Stream 2 beteiligt sind. Aufgrund dessen hat das schweizerische Unternehmen Allseas seine Arbeiten zum Bau der Ostseepipeline eingestellt.

    Der russische Energiekonzern Gazprom hatte zuvor erklärt, er könnte die Gasleitung aus eigener Kraft fertigstellen. Eine der möglichen Varianten sei der Einsatz eines Rohrlegeschiffes mit Ankerpositionierung in Begleitung eines anderen Schiffes. Es gehe dabei um ein dynamisches Positionierungssystem, das das Schiff am jeweiligen Einsatzort ohne Anlegen mit Anker festhalten kann.

    Diese Aufgabe könnten das Verlegeschiff „Fortuna“ des Unternehmens MRTS und das Verlegeschiff „Akademik Tscherski“ übernehmen.

    Die „Akademik Tscherski“ liegt derzeit im Hafen Mukran. Das Schiff war in Nachodka im russischen Fernen Osten ausgelaufen, die Fahrt dauerte knapp drei Monate. Die „Fortuna“ war im Juli in Deutschland eingetroffen und liegt im Hafen von Rostock. 

     Nord Stream 2 sieht den Bau einer Pipeline mit einer Leistungsfähigkeit von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vor, die von der russischen Küste über die Ostsee nach Deutschland verlaufen soll. Die Bauarbeiten werden je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall, Engie, Uniper und Shell finanziert. Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten dagegen auf.

    Moskau hat wiederholt darauf verwiesen, dass Nord Stream 2 im Interesse der Energiesicherheit Europas gebaut werde.

    ls/sb

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    Tags:
    Gazprom, MarineTraffic, Russland, Deutschland