04:16 29 Oktober 2020
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    Hansjürgen Overstolz, Präsident und CEO von Bosch in Russland, prognostiziert im Sputnik-Interview für das laufende Geschäftsjahr 2020 eine Verschlechterung der Situation aufgrund der weltweiten Coronavirus-Pandemie. Allerdings bleibt Bosch dem russischen Markt und seinem langfristigen Potenzial verpflichtet.

    „Die Weltwirtschaft hatte es jedoch bereits vor der Pandemie nicht einfach. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren wir eine Verschlechterung der Situation aufgrund der weltweiten Coronavirus-Pandemie. Aufgrund der aktuellen Situation erwarten wir, dass 2020 auch in Russland schwierig wird, aber wir bleiben dem lokalen Markt und seinem langfristigen Potenzial verpflichtet. Die Rezession führt allerdings in vielen Bereichen zu Anpassungsmaßnahmen bei Arbeitszeiten und Gehalt. Während die Verkäufe in der Automobilindustrie weltweit zurückgingen, konnten wir unsere Fertigungsprozesse in Russland weitgehend aufrechterhalten und zuverlässige Lieferungen sicherstellen, um die allmählich wiederkehrende Nachfrage unserer Kunden zu befriedigen“, stellte Hansjürgen Overstolz fest.

    Bosch, weltweit führender Anbieter von Technologien und Dienstleistungen, erzielte laut Overstolz im Geschäftsjahr 2019 in Russland einen konsolidierten Umsatz von 1,2 Milliarden Euro (86 Milliarden Rubel). „In einem anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld hielt Bosch 2019 seine Marktposition in Russland“, sagte er. Der Umsatz des Unternehmens ging um zwei Prozent in Euro und um fünf Prozent im Rubelgegenwert zurück.

    Hansjürgen Ovestolz, Bosch-Präsident in Russland
    © Foto : Bosch-Pressedienst
    Hansjürgen Ovestolz, Bosch-Präsident in Russland

    Bosch hat 2019 rund 19,6 Millionen Euro in die Entwicklung und Modernisierung seiner Produktionsanlagen investiert. Die Firma ist aktives Mitglied der GRID-Initiative (German-Russian Initiative for Digitalization of the Economy). Sie vereint drei große Wirtschaftsverbände (Russischer Verband der Industriellen und Unternehmer (RSPP), Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer) sowie 11 russische und deutsche Technologiekonzerne, darunter Bosch.

    „Hauptziel der Initiative ist es, den deutsch-russischen Dialog im Bereich der ‘Industrie 4.0‘ zu intensivieren, um Erfahrungen auszutauschen und die Best Practices beider Seiten zu implementieren. Dazu finden jährlich zahlreiche gemeinsame Fachveranstaltungen sowie Delegationsreisen russischer Unternehmen zu technologischen Vorreiterbetrieben in Deutschland und umgekehrt statt“, so Overstolz.

    Bosch beschäftigt 3475 Mitarbeiter in Russland. Nachdem die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie erklärt wurden, wurden bei Bosch zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den ordnungsgemäßen Schutz der Mitarbeiter vor der Coronavirus-Infektion zu gewährleisten. „Wir halten uns auch strikt an alle Anweisungen der Behörden und Rospotrebnadzor (Föderaler Dienst zum Schutz der Verbraucherrechte und des Wohlergehens des Menschen). Ohne auf den Höhepunkt der Epidemie zu warten, wurden alle Mitarbeiter in den Fernarbeitsmodus versetzt und die gesamte erforderliche Infrastruktur bereitgestellt. Dank moderner Kommunikationsmittel ist es uns gelungen, einen ununterbrochenen Kontakt zu unseren Kunden und Lieferanten zu gewährleisten. Zurzeit arbeiten wir gemischt, teils im Büro, teils im Homeoffice. Alle unsere Werke in Russland arbeiten wie gewohnt in Übereinstimmung mit den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.“

    Bosch hat eine lange Tradition in Russland. In Wirklichkeit kamen Bosch-Produkte bereits 1904 in Russland auf. den Markt. Russland war eines der ersten Länder außerhalb Deutschlands, in dem Bosch eine Vertriebsorganisation gegründet hat. Die Firma erweitert nachhaltig ihre Tätigkeit auf dem russischen Markt und trägt zur Modernisierung der Wirtschaft bei. „Alle unsere Geschäftsbereiche, die auf dem russischen Markt präsent sind, sind bei Verbrauchern und Unternehmen sehr gefragt“, sagte Overstolz und führte einige Beispiele an.

    So hat die Bosch-Tochterfirma für Haushaltstechnik BSH vor kurzem den zweiten Brand Store in Moskau eröffnet und das 25. Jubiläum in Russland gefeiert. Der Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge hat eine Reihe technologischer Innovationen herausgebracht: Winkelschleifer, Freischneider, Wärmebildkameras und Entfernungsmesser, Schraubendreher, Akku-Trimmer usw.

    Der Geschäftsbereich Gebäudetechnik hat mit PRAESENSA ein neues Sprach- und Notfallmeldesystem eingeführt und ein neues Pkw-Werk von Mercedes-Benz in der Region Moskau mit Sicherheitssystemen ausgestattet. Im Jahr 2020 plant der Geschäftsbereich, die revolutionäre Videoüberwachungsplattform INTEOX auf den Markt zu bringen, sowie auch das neue Brandschutzpanel der Serie AVENAR 2000/8000, das Teil der Welt des Internets der Dinge sein wird.

    Weitere Neuigkeiten werden erwartet. Die Einführung des Stabilitätskontrollsystems der neuen Generation ESP 9.3 für im Inland produzierte Fahrzeuge wird fortgesetzt. Alle Systeme werden im Bosch-Werk in der Region Samara hergestellt. Dieses Jahr ist auch für mehrere Produkte gleichzeitig von Bedeutung: 60 Jahre Zündkerzenproduktion im Werk Engels, 90 Jahre Kraftstofffilter und 25 Jahre ESP-Systeme bei Bosch weltweit.

    Hansjürgen Overstolz leitet seit dem 1. Februar 2016 die Bosch-Gruppe in Russland, der Ukraine, Belarus, Zentralasien, der Mongolei und im Kaukasus. Zudem ist er Präsident und Geschäftsführer von Robert Bosch OOO in Russland und Robert Bosch Ltd. Georgia.

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    Tags:
    Coronavirus, Russland, Robert Bosch GmbH