15:34 30 Oktober 2020
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    In den vergangenen Jahren hat Russland seinen Anteil am globalen Weizenmarkt stetig ausgebaut und versucht nun, seine Führungsposition in diesem Bereich zu festigen, heißt es in einem Beitrag der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

    Den Autoren zufolge hat sich Russland in den vergangenen zwanzig Jahren von einem Weizenimporteur zu einem Exporteur mit einem Marktanteil von 20 Prozent entwickelt. Mehr als hundert Länder kaufen russisches Getreide, darunter Ägypten, die Philippinen und Saudi-Arabien. 

    Vor kurzem erklärte sich auch Algerien bereit, russischen Weizen zu kaufen. Das sei ein „Durchbruch“, so der Beitrag. Algerien ist weltweit der drittgrößte Getreide-Importeur. Russland hat dorthin nur kleine Mengen Weizen geliefert, weil dieses afrikanische Land immer sehr strenge Anforderungen an die Schädigungsrate von Produkten durch Insekten stellt. Doch vorige Woche gab die algerische Getreideagentur ihre Bereitschaft bekannt, ab der nächsten Ausschreibung Produkte aus Russland zu kaufen.

    „Sowohl die Produktion als auch die Exporte von Weizen aus Russland haben erstaunlich zugenommen. Es hat hart daran gearbeitet, seinen Marktanteil zu erhöhen, und dieser Anteil wächst weiter“, zitiert Bloomberg James Bolesworth, Managing Direktor von CRM AgriCommodities in Großbritannien.

    In diesem Jahr begann auch Saudi-Arabien, Getreide aus Russland zu kaufen. Darüber hinaus haben in den vergangenen Jahren Lieferungen in die Türkei, nach Brasilien, Vietnam und Tansania begonnen. Insgesamt sollen im Jahr 2020 über 37 Millionen Tonnen Weizen aus Russland exportiert werden.

    Laut dem Beitrag hat Russland in den vergangenen zehn Jahren der EU und den USA einen bedeutenden Anteil am Weltmarkt abgenommen. So fallen in Ägypten zum Beispiel 80 Prozent aller gewonnenen Ausschreibungen auf Russland, und die Lieferungen nach Algerien werden Frankreich einen schweren Schlag versetzen, für das der afrikanische Staat der größte Absatzmarkt ist.

    Die Autoren des Artikels warnen jedoch davor, dass Russland in den kommenden Monaten auf Konkurrenz seitens Kanada und Australien stoßen könnte, wo die Erträge steigen.

    In dem Beitrag wird auch auf Fortschritte der russischen Landwirte hingewiesen. Sie nutzten die wachsenden Einnahmen, um Düngemittel und erstklassige Geräte zu kaufen, was zur Steigerung der Erträge führte. Sie erweiterten auch die Lagerkapazität für Getreide, um die Preise besser kontrollieren zu können, heißt es. 

    „Ihr Getreide ist von so guter Qualität, dass sie Jahr für Jahr neue Märkte erschließen“, zitiert Bloomberg Georgi Slavov, Leiter der Grundlagenforschung beim britischen Maklerunternehmen Marex Spectron.

    Ihm zufolge haben niedrige Logistikkosten Russland dabei geholfen, Marktanteile von Lieferanten wie den USA abzugewinnen.

    om/sb/sna

     

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    Durchbruch, Lieferungen, Dominanz, Exporte, Markt, Getreide, Russland