04:40 29 Oktober 2020
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    Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat am Freitag Ergebnisse von gemeinsam mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) gemachten Berechnungen zum Ökostrom-Anteil in Deutschland veröffentlicht.

    Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft deckten laut den Experten in den ersten neun Monaten des Jahres knapp 48 Prozent des Bruttoinlandsstromverbrauchs in Deutschland ab. Das entspreche einem Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

    Der Anstieg sei unter anderem den günstigen Wetterverhältnissen zu verdanken, etwa einem windreichen ersten Quartal und ungewöhnlich vielen Sonnenstunden. Etwa die Hälfte der Steigerung komme aber auch daher, dass der Stromverbrauch in den ersten drei Quartalen – die noch bis Ende September gehen – als Folge der Coronavirus-Pandemie um knapp fünf Prozent gesunken sei. Zeitweise war die Wirtschaft in der Corona-Krise stark heruntergefahren.

    „Die Zahlen machen deutlich: Bis zum Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren 2030 ist es noch ein weiter Weg“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, dem Statement zufolge.

    Damit dieses Ziel erreicht werde, müsse die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die das Bundeskabinett gerade verabschiedet hat, an einigen Stellen nachgeschärft werden.

    Darüber hinaus rechne das Bundeswirtschaftsministerium mit einem kaum veränderten Stromverbrauch im Jahr 2030. Das sei jedoch „nicht realistisch, wenn wir von bis dahin zehn Millionen Elektrofahrzeugen und einem steigenden Strombedarf in Wärmemarkt und Industrie ausgehen“.

    „Dass der Ökostromanteil wächst, ist eine gute Nachricht“, betonte ZSW-Vorstandsmitglied Frithjof Staiß, mahnte aber gleichzeitig: „Die Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt.“

    Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll laut Staiß künftig deutlich schneller gehen, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

    Erzeugungszahlen im Einzelnen

    Insgesamt wurden den Angaben zufolge in den ersten drei Quartalen gut 192 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom aus regenerativen Quellen erzeugt, 2019 waren es im gleichen Zeitraum 181,9 Milliarden.

    Den größten Anteil lieferten demnach mit 76 Milliarden Kilowattstunden Windräder an Land, gefolgt von knapp 46 Milliarden Kilowattstunden aus Photovoltaik. 37 Milliarden Kilowattstunden kamen aus Biomasse (einschließlich biogenen Siedlungsabfällen), fast 19 Milliarden Kilowattstunden aus Wind offshore und 14 Milliarden Kilowattstunden aus Wasserkraft.

    mo/mt

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