21:05 23 November 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    6264
    Abonnieren

    Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat zwischen Januar und September bei neu zugelassenen Krafträdern einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent verzeichnet. Nach Einschätzung der Motorrad-Branche sollen neue Führerscheinregeln sowie die Corona-Pandemie Gründe für eine Rekord-Steigerung bei der Nachfrage sein.

    In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden laut einer KBA-Pressemitteilung 184.779 neue Krafträder zugelassen. Dies bedeute ein Plus von 21,1 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Lediglich während der weitreichenden Corona-Beschränkungen im März und April gab es weniger Neuzulassungen als in den jeweiligen Vorjahresmonaten.

    Nach Informationen des Industrie-Verbands Motorrad (IVM) stieg die Zahl der Neuzulassungen bei Motorrädern mit bis zu 125 Kubikzentimetern Hubraum um rund 67 Prozent auf knapp 30.000. Bei Rollern bis 125 Kubikzentimeter sogar um mehr als 90 Prozent auf rund 26.000.

    Änderung der Führerscheinregeln

    Seit Ende des vergangenen Jahres dürfen Besitzer eines Auto-Führerscheins dem deutschen Verkehrsministerium zufolge auch ohne zusätzliche Führerscheinprüfung Maschinen mit bis zu 125 Kubikzentimetern Hubraum und 15 PS fahren – unter bestimmten Voraussetzungen und nach einer theoretischen und praktischen Schulung mit mindestens 13,5 Zeitstunden.

    „Da scheinen eine ganze Menge Menschen darauf gewartet zu haben“, zitiert die dpa Achim Marten vom IVM.

    Mindestens seit Anfang der 90er Jahre sei die Zahl der neu zugelassenen Krafträder in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht mehr so stark gestiegen. Allerdings sei der erleichterte Zugang zu kleineren Maschinen nicht der einzige Grund für den Boom.

    Corona

    Aus Martens Sicht soll auch die Coronavirus-Pandemie eine der Ursachen für das gestiegen Interesse vieler Deutscher an Krafträdern sein.

    „Aus unserer Sicht kommt da ein gewisser Lockdown-, Covid-19-Effekt dazu“. Mit dem Motorrad oder Roller zu fahren, sei „neben dem Radfahren die pandemiesicherste Fortbewegungsart“.

    Dem IVM-Vertreter stimmte auch Felix Lindhorst vom Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk zu. Menschen machten wegen der Pandemie im eigenen Land auf dem Motorrad Urlaub oder stiegen vom öffentlichen Nahverkehr auf Krafträder um. Da seien die relativ günstigen 125er-Maschinen besonders attraktiv.

    Lindhorst nannte noch zwei weitere Gründe für die hohen Zahlen: Zum einen ließen Hersteller und Händler Maschinen vorsorglich neu zu, bevor eine anstehende Abgasnorm-Verschärfung dies erschwere. Einige Hersteller wollten zudem mit eigenen Zulassungen die Statistik aufhübschen.

    Wohl ein kurzzeitiger Trend

    Schon in den vergangenen Jahren gab es laut Achim Marten einen Trend zum Roller- und Motorradfahren. Ganzjährig war die Zahl der Neuzulassungen bei Krafträdern 2019 laut KBA um rund sechs Prozent und 2018 um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

    „Es steht zu vermuten, dass es sich um einen relativ kurzzeitigen Effekt in dieser Höhe handelt“, sagte Marten zum diesjährigen Zuwachs.

    Die Händler konnten laut seiner Aussage die große Nachfrage bedienen. Er habe von keinen Engpässen im Handel gehört. Trotzdem sei es nicht ausgeschlossen, dass einzelne Modelle „mal gerade nicht zur Verfügung stehen“.

    mo/mt/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russland droht bei Weitergabe von Kontrollflug-Informationen an USA mit „harter Antwort“
    Nasa unterbricht Live-Stream: Was taucht hier vor ISS auf? – Video
    Waffenschmuggel vermutet: Ankara stoppt Bundeswehreinsatz auf türkischem Frachter
    „Ohne Hintergedanken“: Putin äußert sich zu ausgebliebenen Glückwünschen an Biden
    Tags:
    Deutschland