19:13 24 November 2020
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    Die Bundesregierung hat unkomplizierte Corona-Soforthilfen für Kunstschaffende während des Teil-Lockdowns im November angekündigt. Um die Einnahmeausfälle der Kultur- und Veranstaltungsbranche auszugleichen, sollen die Betroffenen vom Staat einen „fiktiven Unternehmerlohn“ erhalten.

    Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte am Mittwoch in Berlin an, Kulturunternehmen bekämen im November 75 Prozent ihres Umsatzes als direkte Hilfe.

    Staatlicher Lockdown-Lohn

    Solo-Selbstständige könnten dabei wahlweise den Umsatz des Novembers 2019 oder ihren monatlichen Durchschnittsverdienst des Vorjahres zugrunde legen. Es entspreche der Lebensrealität vieler Kreativer und Kulturschaffender, dass es „auch mal einen Monat geben kann, in dem es keinen Umsatz gab“. Einen expliziten Hinweis hatte in der vergangenen Woche Entertainer Helge Schneider direkt an Finanzminister Olaf Scholz gerichtet.

    Seibert betonte, staatliche Hilfen gebe es auch für jene, die indirekt von den coronabedingten Schließungen betroffen sind. Anspruchsberechtigt seien alle Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit den jetzt geschlossenen Einrichtungen erzielen. Das sei für die Kultur sehr wichtig, weil eine Vielzahl an Gewerken hinter der Bühne – ohne dass der Zuschauer es sehe – erbracht werden.

    Kritik hat gefruchtet

    In den vergangenen Woche hatte es vonseiten der Kulturbranche Kritik an den staatlichen Corona-Maßnahmen mit Blick auf ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellenwert gegeben. Sie würde vernachlässigt. Der Musiker Till Brönner etwa hatte eine eindringliche Wut-Rede zu den Verhältnissen per Video über die sozialen Medien verbreitet. Etliche prominente Kollegen – Musiker, Schauspieler, Künstler und andere Kulturschaffende sowie „Menschen aus der zweiten Reihe“ – unterstützten den Appell;  Vertreter der Veranstaltungsbranche gingen in einem Demonstrationszug in Berlin auf die Straße.

    ba/dpa

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    Tags:
    Förderung, Finanzhilfe, Kultur, Lockdown, Coronavirus