13:19 04 Dezember 2020
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    Verflüssigtes Erdgas (LNG) gilt als möglicher Baustein beim Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien. Doch es gibt einige Hindernisse für eine stärkere Nutzung. Das seit Langem geplante Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven könnte nun in seinem ursprünglichen Umfang nicht zustande kommen.

    Es gebe zu wenig konkretes Interesse von Partnern, dort Kapazitäten für Importe des Rohstoffes fest zu reservieren, teilte der bei dem Großprojekt federführende Energiekonzern Uniper am Freitag mit. Die Absichten der Marktteilnehmer reichten für eine „Fortsetzung in bisheriger Form“ nicht aus. Man prüfe nun eine geringere Dimension und kürzere Laufzeit.

    Nach Uniper-Angaben wurde ein Verfahren zur Ermittlung des konkreten Interesses beendet. „Zahlreiche Unternehmen hatten teilgenommen und ihr allgemeines Interesse erklärt, aber zu wenige hatten verbindliche Buchungen vorgenommen“, hieß es.

    „Die Projektgesellschaft überlegt nun mehrere neue Optionen, wie der Standort Wilhelmshaven als Importhafen für umweltfreundliches Gas genutzt werden kann.“ Dabei könne es langfristig auch um die Einfuhr von Wasserstoff gehen.

    Attraktives Angebot muss her

    „Sicher haben wirtschaftliche Unsicherheiten in dem aktuellen Umfeld eine Rolle gespielt“, sagte Projektleiter Oliver Giese zu den Überlegungen. „Die Ergebnisse des Interessenbekundungsverfahrens machen es erforderlich, die Dimension und Ausrichtung des geplanten Terminals so zu überarbeiten, dass eine Investition für die Marktakteure attraktiv und für (...) Uniper wirtschaftlich berechenbar ist.“

    Die Investitionsentscheidung war bereits länger geprüft worden. Im Juli hieß es, der Wilhelmshavener Standort stehe zudem wegen eines geschützten Unterwasser-Biotops noch nicht fest. Neben Wilhelmshaven laufen auch in Brunsbüttel, Stade und Rostock Planungen für LNG-Terminals.

    Altnernative zu Nord Stream 2 

    Verflüssigtes Erdgas gilt als möglicher „Brückenträger“ in der Energiewende, es gibt jedoch auch Kritik an seiner stärkeren Nutzung. Vor allem Katar fördert den Rohstoff, auch die USA wollen ihn in großem Maßstab nach Europa exportieren und sind aus diesem Grund strikt gegen den Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland. Das LNG-Terminal wäre deswegen vor allem für Gasexporteure aus den USA interessant gewesen, die damit mit den Erdgas-Lieferungen über die umstrittene Pipeline Nord Stream 2 konkurriert hätten. 

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz soll den USA angeblich sogar in Aussicht gestellt, das Terminal mit bis zu einer Milliarde Euro zu unterstützen, wenn die USA auf Sanktionen wegen Nord Stream 2 verzichtet hätten. Der Streit um die Ostsee-Pipeline eskaliert jedoch zunehmend.

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Deutschland, Flüssigerdgas