15:41 25 November 2020
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    Der weltgrößte Online-Händler Amazon verstößt nach Einschätzung der EU-Wettbewerbshüter gegen Kartellvorschriften. Dies gab die Europäische Kommission am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt.

    Der vorläufigen Auffassung zufolge handelt es sich laut der Institution um Verfälschung des Wettbewerbs auf Online-Einzelhandelsmärkten.

    „Die Kommission wirft Amazon vor, nichtöffentliche Geschäftsdaten von unabhängigen Händlern, die über den Amazon-Marktplatz verkaufen, systematisch für das eigene, in unmittelbarem Wettbewerb mit diesen Händlern stehende Einzelhandelsgeschäft zu nutzen.“

    Das zweite Verfahren

    Ein zweites förmliches Kartellverfahren sei ferner eingeleitet worden, um zu prüfen, ob Amazon eigene Angebote und Angebote von Verkäufern, die die Logistik- und Versanddienste von Amazon nutzen, bevorzugt behandle.

    Aktienindex von IT-Giganten Amazon und Apple in der New Yorker NASDAQ-Börse (Archivbild)
    © AP Photo / Mark Lennihan (ARCHIVFOTO)
    Die Kommission betont, dass Amazon nicht nur einfach seine Internetseite als Plattform für Händler zur Verfügung stelle, sondern auch selbst als Einzelhändler Waren verkaufe. Den Mitarbeitern des Einzelhandelsgeschäfts von Amazon stehen demnach „sehr große Mengen nichtöffentlicher Verkäuferdaten zur Verfügung“, die direkt in die automatisierten Systeme des Geschäfts fließen.

    Die Infos würden aggregiert und genutzt, um „Endkundenangebote und strategische Geschäftsentscheidungen von Amazon auszutarieren – zum Nachteil der anderen Verkäufer auf dem Marktplatz“.

    „Wir müssen verhindern, dass Plattformen mit Marktmacht, die auch selbst über die Plattform verkaufen, wie etwa Amazon, den Wettbewerb verzerren. Daten über die Tätigkeit unabhängiger Verkäufer sollten von Amazon nicht zum eigenen Vorteil genutzt werden, wenn das Unternehmen mit diesen Verkäufern konkurriert“, sagte die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission, Margrethe Vestager, laut dem Statement.

    Der Kommission zufolge soll Amazon durch Nutzung nichtöffentlicher Verkäuferdaten „die normalen mit dem Wettbewerb im Einzelhandel verbundenen Geschäftsrisiken“ vermieden haben. Der Online-Händler sei imstande, seine beherrschende Stellung im Bereich der Marktplatz-Dienste in Frankreich und Deutschland, den größten Märkten für Amazon in der EU, auszuweiten.

    Wenn Unternehmen gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU verstoßen, riskieren sie Geldbußen in Höhe von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Die Erlöse von Amazon beliefen sich 2019 auf rund 280,5 Milliarden US-Dollar.

    mo/mt

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